Donnerstag, 30. August 2007

Kleine Entdeckungen am Teich



Gleich vorn am Haus schaut aus dem Hochbecken
ein Saatstand der Iris versicolor hervor. Nur noch
eine ganz kurzen Moment werden sich wohl die
bräunlichen Saatkörnchen in der schützenden
Hülle halten können.

Und plötzlich blüht der Froschlöffel am Steg wieder:
Die starken Regenfälle der letzten Woche haben
die bis dahin so aufrecht stehende Prachtkerze im
Steinfeld vor den Hochbecken nieder gedrückt.
Nun hat sie sich im Froschlöffel verfangen und
beide bilden eine zierliche Einheit.

Eine einsame letzte Rispe des Wasserfenchel erscheint
in der Nähe des Steges. So weit hat er sich im Laufe
der Jahre schon nach vorn begeben. Eigentlich ist sein
Standort nahe der Trittplatten auf der gegenüberliegenden
Seite des Teiches.

Beim Eidechsenschwanz kann man nun fast
täglich eine Veränderung der Blattfarben beobachten.

Wir hatten schon geglaubt, wir hätten sie
verloren - die Hirschartige Preslie. Denn mit
ihrer Höhe von 30- 50cm wäre sie uns
bestimmt in der Uferzone aufgefallen. Aber
nun ist sie ja doch noch da! Zwar etwas
verspätet, denn eigentlich sollte sie von Juli
bis August blühen, ...

aber dafür leuchtet ihr Blütenköpfchen
am Ende des Stengels jetzt umso aufälliger am Teichrand.

Aus den kugeligen Knospen der Bartblume
entwickeln sich erste Blüten.

Dunkelviolette Staubgefäße auf violettem Grund.

Eine sich gerade entfaltende Knospe
der Herbstaster leistet der Bartblume Gesellschaft.

Ganz in der Nähe ist sogar schon
eine weitere Blüte zu entdecken.

Diese Spornblume hingegen möchte sich
jetzt weiter am Teich vermehren ...

und schickt ihre Samen mit kleinen Fallschirmen
ausgestattet hinaus in die weite Welt.

Fotos: S.Schneider



Mittwoch, 29. August 2007

Blick von oben



Nach dem Gartenspaziergang im August
gibt es nun zur besseren Übersicht die Aussicht vom Balkon zum Wald.








Und vom Gründach des davorliegenden Treppenhauses noch ein Blick
in die Tiefe auf Wiese, Steg und Teich mit den beiden Hochbecken.

Wer jetzt noch einmal unseren Gartenspaziergang
von vorn beginnen möchte, kommt hier zum Eingang.

Fotos: S.Schneider



Für virtuelle Spaziergänge empfehlen wir:

Den Bergarten in Hannover


Sissinghurst Castle Garden


From the Garden of Kent to the Garden Isle


Schottische Gärten auf dem Blog "Abenteuer Garten"


Waldspaziergang auf dem Blog "Vom Wachsen und Werden"


The Kitchen Garden of Boschhoeve auf dem Blog "Bliss"


Piet Oudolf's Private Garden auf dem Blog "Bliss"

Karl Foerster's Garten auf dem Blog "Fließtalleben"





Samstag, 25. August 2007

Die letzte Etappe der kleinen Gartenrundreise



Diesen Blick von der Betonfläche über die
3 alten gegossenen Wegeplatten zum Steg
haben wir ja bereits häufiger gezeigt.

Aber der Schwenk nach links auf den Mulchweg zwischen
der zweiten Fair Bianca und dem Lenzrosenbeet kommt
meistens zu kurz. Diese rechts liegende Fläche unter dem
Seidelbast beherbergt überwiegend die Helleborus-Arten
mit
rosa und violetten Blütenfarben. Diese Häufung von
leichten "Fehlfarben" in einem überwiegend weiß/blauen
Garten hat mit dem Seidelbast vor Jahren begonnen. Als
Geschenk mit Geschichte von lieben Freuden konnten wir
uns einfach nicht von ihm trennen, als er dann Rosa statt
Weiß blühte.
Die weißen und gelbgrünen Lenzrosen stehen
ganz in der Nähe bei den 3 Wegeplatten. Das ganze Beet ist
durchmischt mit Akeleien. Deren Blätter den Lenzrosen an
den wenigen sonnigen Tagen Schatten gespendet haben. Da
auch die Akeleienblüte längst beendet ist, sind auch hier
zur Zeit nur Variationen von Grüntönen und verschiedenen
Blätterformen zu sehen.

Auch dieser kleine Weg zum Holzzaun des Nachbarn
auf der Südseite könnte mal wieder etwas mehr
Aufmerksamkeit und Arbeitseinsatz erhalten. Das Efeu
unter dem Taxus nimmt Kurs auf das gegenüberliegende
Beet und behindert unsere Passage.

Einige Akeleien haben es doch noch geschafft, ihre
Saatstände auszubilden. Im Frühjahr gab es zeitweilig
merkwürdige Fraßgesellen, die eine Akelei nach der
anderen enterten und nach kurzer Zeit selbst große
üppige Stauden bis auf die Stielgerippe niedermachten.
Es waren kleine Raupen, die samt ihrer Nahrungsquelle
auf den Komposthaufen wanderten. Wahrscheinlich
haben wir uns so um eine Reihe schöner Schmetterlinge
gebracht, da die Vögel den Kompost gern als zusätzliche
Nahrungsquelle nutzen. Aber ein paar Akeleien wollten
wir doch gern im Garten behalten. Denn gerade dieser
Teil des Gartens ist wegen der Trockenheit unter den
Immergrünen nicht besonders blütenreich.

An unserem Weg liegt unter dem Taxus ein Nest.
Hat es der Wind rausgeweht, waren es die Elstern
oder Eichhörnchen? Unsere beiden Katzenmädchen
finden es immer besonders spannend, wenn im
Taxus gebrütet wird. Die äußeren Zweige sind aber
so weich, dass unsere Wohlstandskatzen gar nicht
in die Nähe der Nester kommen. Solange die Eier
oder kleinen Vögel im Nest sind stellen sie noch
keine Gefahr dar.

Die Sterndolde am Mulchweg vor dem Reisigbündel
hat in diesem Sommer endlich auch mehr Blüten
hervorgebracht. So profitieren unsere Stauden von
der Nähe zu Rosen, die etwas häufiger mal mit
Wasser versorgt werden.

Zwischen südlichem Beet und dem Zaun zum Nachbarn
führt dieser Mulchweg entlang der Grenze bis zur
Brombeerhecke. Er wird im hinteren Bereich zwar
wesentlich schmaler, aber zum Gießen und Schneiden
kommen wir dort noch entlang. Hier ist der Beginn dieses
Wirtschaftsweges unter der Hasel. Die Eichhörnchen
haben bereits ganze Arbeit geleistet und reichlich Nüsse
geerntet. Ein paar wurden als Snack direkt im Busch
eingenommen, aber die meisten Haselnüsse sind wie in
jedem Jahr im Erdreich verschwunden. Wir sind gespannt,
wieviele sich davon wieder zu Bäumen entwickeln werden.

Den Blick zwischen den beiden Bewirtschaftungswegen
an der Grenze mit grüner Wand, Mulchweg, Zaun,
Plattenweg und Holzzaun ersparen wir uns. Wir kehren um,
und geht es um den Taxus herum nach links auf den Weg.

Dieser eigentlich recht breite Mulchweg
wurde bereits im Frühsommer geschnitten,
aber wuchert schon wieder zu.

Ein paar Schritte weiter blickt man
zwischen den Stämmen über das Farnfeld zum Teich.

Nun noch ein kleiner Schwenk nach links
und zwischen Rhododendron und kleinem Taxus
führt uns der Weg zurück zur Wiese am Haus.

Hier versperren uns aber die aufrecht stehenden
Blütenstiele der krautigen Waldrebe
Heracleifolia "Cote D'Azur" den Zutritt.

Hinten links sehen wir die Holzschiebetür,
durch die wir in den Garten gekommen sind.
Damit ist der Rundgang durch unseren
Wildwuchs im August beendet.

Es wartet nun einiges an Gartenarbeit auf uns, aber das
Gute an diesem Garten ist, dass es für viele Tätigkeiten
keinen bestimmten Zeitpunkt im Jahr gibt, zu dem etwas
unbedingt erledigt sein muss. Was "unter Aufsicht" bedeutet,
ist eine Definitionsfrage, die wir nach Lust und Laune
je nach vorhandener freier Zeit entscheiden können ...

Und wer jetzt den Spaziergang noch einmal von vorn
beginnen möchte, kommt hier
wieder zum Garteneingang.

Fotos: S.Schneider & W.Hein




Freitag, 24. August 2007

Vom Flieder bis zum kleinen Aluteich



Jetzt kommen wir gerade aus dem abgelegensten Teil
des Gartens zurück auf die Betonfläche. Schwenkt der Blick
nach rechts, so sind hinter der Liege die Zwetschge und
Mirabelle zu erahnen. Die grüne Wand neben den Bäumen
ist die Ligusterhecke, die das ehemalige Gemüsebeet vom
restlichen Garten trennt.

Ein kleiner Schwenk nach links,
und vor uns sehen wir nur Efeu und Äpfel.

Noch etwas weiter - dieses Bild
müsste unseren Gartenbesuchern
schon etwas vertrauter sein.

Mit den Liegestühlen im Rücken blicken wir zur Tischgruppe.
Links, noch von dem Flieder und einem Buchsbaum verdeckt,
steht ein kleiner Beistelltisch.

Ganz geschützt unter dem Fliederdach hat die Drossel ein neues
Vogel-Planschbecken entdeckt. Eigentlich ist die Glasschale auf
diesem Beistelltisch für die Deko im Garten gedacht, aber in den
letzten Wochen gab es dort zu oft eine Unterwasserdekoration.

Auch der Bleiwurz nutzt den Beistelltisch für seine
eigenen Zwecke. Gepflanzt wurde er einmal vor
langer Zeit weiter hinten im Beet. Er hat sich aber
auf Wanderschaft zum Tisch begeben und lässt sich
nun von ihm den Rücken stärken, da er auf den
Betonplatten kaum Halt findet.

Dieses strahlende Blau begeistert uns immer wieder.
Nur schade, dass sich der ebenso blau leuchtende Enzian
in seiner Nachbarschaft nicht vor den Schnecken schützen
könnte. Also bleibt der Bleiwurz mit seiner faszinierenden
Farbe zu dieser Jahreszeit allein auf weiter Flur.

Neben dem Tisch steht der einfache weiße Hibiscus.
Gleich daneben umhüllt und stützt ein Buchsbaum
die "Bettenbrock" - eine Alba Meidiland Kleinstrauchrose
mit ca 2m hohen Trieben.

Kommt man einen Schritt näher, so schiebt sich aus dem Beet
ein Zweig der Blanc Double de Coubert vor uns ins Bild.
Der Boden ist bedeckt mit einem Mix aus Bleiwurz,
Gänsekresse,
Günsel, niedrigen Glockenblumen und Polsterphlox. Der Günsel
stand früher nur am Weg gegenüber der Brombeerhecke. Eines
Tages erschien ein Pflänzchen plötzlich in diesem Teil des
Gartens und vermehrte sich rasend schnell. An seinem ersten
Standort ist er komplett verschwunden und auch hier scheint
er sich zurückzuziehen. Mal abwarten, wo er danach wieder
in Erscheinung tritt.

Allerdings wäre es sehr schade, wenn er in diesem Beet
eines Tages ganz fehlen würde: Die Blätter des Günsels
ergänzen perfekt die Laubfarbe und die dunkelviolette Blüte
des Grönlandveilchens.

Nicht nur den Bleiwurz zieht es auf die freie Fläche:
Auch die Bodendeckerrose White Bottom erkundet
ihr Terrain. Diesen Sommer darf sie sich noch so
ungezwungen hier über die Platten bewegen. Im
Herbst werden wir ihre Ranken dann jedoch in die
angrenzenden Sträucher zurückdrängen.

Aber was duldet man nicht alles für so eine Blüte?

Vor ein paar Jahren hatte dieses Beet auf der Südseite des
Gartens noch wesentlich mehr Tiefe. Aber schon damals
verschattete der Apfelbaum vom Nachbargrundstück diesen
ca. 3m breiten Seitenstreifen bis zur Grenze. Inzwischen sind
dort auch die Immergrünen und die Sträucher (Hartriegel,
Ginster, Schneeglöckchenbaum, Hibiscus, Rhododendron,
Spiere, Japanischer Schneeball, Japanischer Blütenhartriegel
und Weigelie), die wir als Sichtschutz gepflanzt hatten, so
breit geworden, dass sich die Stauden und Bodendecker
der ersten Jahre immer mehr in Richtung der gepflasterten
Fläche bewegen. Das Kugelblümchen ganz am Rand darf das.
Schon mehrfach hatten wir versucht, die Ableger vom Platten-
belag umzupflanzen, aber es scheint nur diesen speziellen Ort
zu mögen. Andere Pflanzen in diesem Bereich werden von Zeit
zu Zeit wieder bis zur Kante eingekürzt, um die geometrische
Form der Fläche weiterhin zu erhalten.

Mehrfach im Jahr wird auch die Prachtspiere gleich links neben
dem Teich eingekürzt, da sie sonst den dahinter stehenden Rosen
den Lebensraum nehmen würde. Viel mehr bedrängt jedoch der
übervolle 2qm kleine Aluteich die angrenzenden Bereiche. Als wir
unseren großen Teich im Herbst 2000 anlegten, hatten wir die
dort nicht verwendete Segge in diesem Teich in einigen kleinen
Gefäßen untergebracht. Noch ein paar wuchernde Wasserpflanzen
und 2 über
zählige Seerosen dazu, und das war's. Seitdem durften
sich Pflanzen und Tiere nach Lust und Laune hier entwickeln.
Die Posthornschnecken fühlten sich im Gegensatz zum großen
Teich mit Fischbesatz in diesem kleinen Becken viel wohler.
Molche tummelten sich schon vorher an diesem Ort und die
Frösche besetzten den kleinen Tümpel im folgenden Frühjahr.
Also gab es immer einen guten Grund die Pflanzen nicht einzu-
dämmen: Posthornschnecken, Molchskinder und Libellenlarven
landeten sonst versehentlich auf dem Kompost. Molche und
Frösche sollten außerdem nicht gestört werden. Dass uns die
Frösche die Wasserlinse aus den umliegenden Teichen der
Nachbarschaft mitbrachten, störte uns anfangs auch nicht - sah
ja ganz malerisch aus. Darüber denken wir inzwischen allerdings
ganz anders, da diese zarten grünen Blättchen nun durch die
Froschwanderschaft auch im großen Teich angekommen sind.

Dagegen macht dieses Geißblatt noch keine Probleme.
Zusammen mit der Bodendeckerrose Swany und der
Clematis jouiniana bilden sie über der Korkenzieherhasel eine
ideale
Pflanzgemeinschaft in der Ecke der Betonfläche.

Dicht daneben steht der Phlox,
dessen Blütezeit nun bald schon wieder beendet ist.

Dieser Storchschnabel bringt dafür
immer neue Blüten hervor.

Dieser einsame Trieb der Glockenheide ist der letzte
seiner Art in unserem Garten. Früher, als die Beete
noch freier waren, hatten sich die Heidebüsche gut
entwickelt. Nun können wir dem Pflänzchen leider
keinen geeigneten Platz mehr bieten, aber es kämpft
sich noch immer tapfer durch die umliegenden Stauden
zum Licht empor.

Ganz in der Nähe, dicht am Aluteich steht die
Fair Bianca - eine Austin Rose mit reichlich
Sternrußtau. Trotzdem gehört sie zu einer unserer
blühfreudigsten Rosen. Diese Blüte ist jedoch
ein kleiner Ausrutscher, da der Regen sie seitlich
etwas verklebt hatte.

Diese Herbstanemone steht sicherlich schon 5 Jahre
zwischen Yucca und Kiefer direkt hinter dem Teich.
Erst im letzten Jahr brachte sie erste zaghafte Blüten
hervor. Inzwischen ist sie durch das Gießen der in
ihrer Nähe befindlichen Rosen so verwöhnt, dass
sie schon nach ein paar warmen Tagen oder zu viel
Sonnenschein ihre Blütenköpfe hängen lässt.

Aber da unten tut sich was - ein Frosch hat es sich
auf einem Seerosenblatt gemütlich gemacht.

Von hier sehen die Seggen im Teich eigentlich ganz harmlos aus ...

Vor den Seggen schiebt sich der Eibisch ins Bild.

Vor ein paar Wochen waren es nur einige unscheinbare Blätter
vor dem Seggengewirr, inzwischen ist der Eibisch nun eine
stattliche Staude von fast 2m Höhe.

Zwischen Eibisch und Himalaya-Zeder ist noch
ein Durchblick zur Glamis Castle hinter dem
kleinen Teich möglich. Leider hat sie sehr unter
der feuchten Witterung gelitten, so dass viele ihrer
Knospen verfaulten oder ihre Blüten wenig später
verregneten. Um sich in ihrer vollen Schönheit zu
entfalten, braucht sie wohl so einen Rosensommer wie
im vergangenen Jahr. Dafür liefert die Herbstanemone
dahinter jetzt ein paar weiße Blüten.

Die Little White Pet - eine Polyantharose
hat wahrscheinlich weniger Probleme
mit dem regnerischen Wetter. Nachdem wir
sie im Frühjahr an einen sonnigeren Platz
vor der Himalaya-Zeder umgepflanzt hatten,
verwöhnt sie uns mit zahlreichen rosa Knospen
und kleinen Blüten.

Das ist für heute das Abschlußbild des Spaziergangs.
Einen Post gibt es noch - schließlich wollen wir ja
wieder dort ankommen, wo wir gestartet sind.

Fotos: S. Schneider