Donnerstag, 1. Mai 2008

Um den 1. Mai herum - Teil 1


Die Auswahl fiel uns wirklich nicht leicht.
Was zeigen, was auslassen - und ach ja,
davon haben wir noch kein gutes Foto.
Also waren am Ende über 1000 Fotos doch
arg untertrieben. Wir wuselten beide
mehrmals am Tag mit der Kamera durch
den Garten. Immer auf der Suche möglichst
viel von unserem Frühjahrsgarten einzufangen.
Hier ist nun die erste Etappe unseres sehr
ausführlichen Gartenspaziergangs:

Die Sonne steht noch hinter dem Wald,
wenn wir am Morgen den Rundgang beginnen.

Gleich vor der Garagenmauer befindet sich das Beet
mit den Christrosen und Hostas. Sie bekommen alle
paar Wochen unseren morgendlichen Kaffeesatz als
Schneckenschutz, aber erste Fraßspuren sind an den
frischen grünen Funkien-Blättern trotzdem schon
zu erkennen.



Ein Blick über die Wiese zum Teich und
der dahinter ausschlagenden Blutbuche
auf dem Nachbargrundstück.



Aber nun geht es erst einmal in die Wiese:
Die
gelben Buschwindröschen sind auf
die gelbe Seite hinter der Teichmauer
umgepflanzt. Die Bertramsgarbe hat sich
von den Sortierarbeiten erholt, und kleine
Vergißmeinnicht füllen bereits einige der
entstandenen Lücken wieder auf.



Mit dem selbst ausgesamten Kaukasus-Vergißmeinnicht
am Wegesrand sieht die Wiese schon üppiger aus.



Und da, beim ganz genauen Hinsehen,
ist es zu entdecken: Das violette Ehrenpreis.



Es ist wieder da! Vor unserem Umbau des Hauses
war die Wiese zu dieser Jahreszeit noch komplett
hellviolett. Nach dem Umbau hatte ich schon oft
versucht, mit ein paar Ablegern irgendwann so
einen beeindruckenden Blüh-Teppich zurück zu
bekommen. Aber bis jetzt verschwanden die
zierlichen Unkraut-Pflänzchen immer wieder.



Am Schönsten stehen selbst ausgesamte Vergißmeinnicht
in der Wiese, aber es fällt ihnen schwer, sich gegen
die Gräser und andere 'Unkräuter' zu behaupten. Daher
müssen oftmals ein paar Ableger im zeitigen Frühjahr
nachgepflanzt werden.



Der Löwenzahn steht unter Beobachtung.
Eigentlich gehört er nicht in unsere Wiese.
Aber ab und an darf es auch mal einen
andersfarbigen Farbtupfer im Grün geben.
Nur versamen darf er sich nicht!



Die Puschkinia sind Nachzügler. Sie stehen so versteckt,
dass sie erst jetzt ein paar Blüten hervorbringen.



Bis die Besucher kommen, ist noch Zeit.
Daher begleitet uns jetzt Allegra.



In der Nacht hat es geregnet, und an einigen
Stellen ist die Feuchtigkeit noch sichtbar.



Aber für eine Schöne Katz ist es schon trocken genug,
um geradewegs auf ihr Gras vor dem Hochbecken zuzusteuern.



Kleine Inszenierung unter dem Sommerflieder am Haus:Der Milchstern aus der Osterdeko , gefüllte dunkelviolette Aurikel
und wurmstichiger Nachziehhase.



Und hier haben die beiden Metallvögel ihren Platz gefunden.

Das Geißblatt - Lonicera japonica Halliana bleibt vorerst
noch im Topf. Denn wer weiß, ob es wirklich so reinweiß
wie auf der Abbildung blüht. Ein etwas mulmiges Gefühl
haben wir ja doch, dieses Geißblatt in den Wildwuchs-Garten
zu pflanzen. Denn der Post auf dem Blog 'Guildwood Gardens'
über invasive Pflanzen in Amerika stimmte uns nachdenklich.
In unserem Garten werden sicherlich die Vögel zur Verbreitung
dieses Geißblattes beitragen. Hoffentlich ist 'Halliana' im
Vergleich zu 'Honeysuckle' weniger expansionsfreudig!



Expansionsfreudig ist auf jeden Fall auch die Kermesbeere,
die sich sogar in dem schmalen Schotterstreifen am Haus
neben dem Weidenkübel behauptet.



Da das Hochbecken vor der Mauer zur Zeit noch recht kahl
aussieht, sind die Zinkvasen mit
Efeuranken, Magnolienzweigen
und Knoblauchrauke gefüllt. Davon gibt es jetzt reichlich.



Gras gibt es für Allegra anscheinend zu wenig.
Denn immer wieder knabbert sie voller Freude
an den frischen Spitzen der Segge.



Über Allegra, im Wachholder hinter der Mauer,
macht demnächst wieder die weiße Clematis
Montana grandiflora auf sich aufmerksam.



Die ersten Blütenknospen sind zwischen den immergrünen
Zweigen schon beim sehr genauen Hinsehen in luftiger Höhe
zu erkennen. Nun sind es nur noch ein paar Tage, bis sich
ihre
4 Blütenblätter entfalten werden.


Noch sind die Hochbecken nur grün, ...


die verschiedenen Iris werden hier schon bald
für eine blaue Blütenpracht sorgen.



Das Gnadenkraut war noch vor 10 Tagen im Hochbecken
kaum zu erahnen, doch ein paar warme Tage reichen aus,
um es in die Höhe schnellen zu lassen.



Vor dem Hochbecken, im Steinfeld, hat die Kuhschelle
es doch noch zu einer Blüte gebracht. Im letzten Jahr
hatte ich sie in den mittleren Teil des Gartens gleich
hinter dem Steg an den Wegrand gepflanzt. Schon im
vergangenen Sommer hatten ihr die Schnecken dort
ziemlich zugesetzt. Nun wurde sie schon wieder stark
angeknabbert und zog deswegen ins trockenere Steinfeld
um. Ob sie hier bessere Überlebenschancen in dem nur
10cm hohen Erdreich hat? Auf der Hofeinfahrt im Garten
meiner Mutter versamen sie sich vorzugweise in winzigen
Ritzen zwischen den polygonalen Sandstein-Platten.



Die Gemskresse scheint mit so wenig Lebensraum
jedenfalls gut zurecht zu kommen.



Auch Vergißmeinnicht bevorzugt diesen Platz.
Ebenso wie ein selbst ausgesamter Eisenhut,
die Binsenlilie und die China-Sommer-Anemone.
Was das für große Blattrosetten im Vordergrund
sind, wissen wir noch nicht. Aber in diesem Jahr
werden wir es wohl erfahren. Wir tippen auf
eine Diestel aus der Weihnachtsdeko von 2006.



Wann wohl in diesem Jahr die White Flight
die Mauer in ein einziges weißes Blütenmeer hüllt?



Hinter dem Teich vor dem Hochwald steht nun der Ginster
in voller Blüte.
Die Bartblume links daneben hat durch den
Spätwinter etwas gelitten, bringt nun aber zum Glück doch
wieder ein paar Blättchen hervor.


Unser Cornus Florida plena im Stegwinkel ist wohl leider
ein Frost-Opfer geworden. Schon Anfang Januar zeigte er
erste Knospenansätze und behielt seine Blätter bis zu den
Frösten im März. Wir werden seine trockenen Zweige
jedoch nicht runter schneiden, denn ...



Hedi Grimm, die Rose ihm zu Füßen, wird ihn
notfalls als Kletterhilfe einnehmen.



Allium Ivory Queen hatte ich im Frühjahr als Zwiebeltopf
gekauft. Alle Versuche, weißes Allium aus im Herbst
gesetzten Zwiebel zu erhalten, sind bis jetzt gescheitert.
Und an eine Blüte war überhaupt nicht zu denken, denn
nach den ersten jungen Blattaustrieben labten sich die
Schnecken an den verschiedenen weißen Sorten.



Und auch dieses Zwiebeltöpfchen mit drei Blütenansätzen
hätte ich wohl lieber nicht am Steg auspflanzen sollen!



Noch schlimmer hat es zur Zeit die Herbstanemone Whirlwind
getroffen. Nur noch ein kleines Blättchen haben sie ihr gelassen
und das wird von Tag zu Tag mehr gelöchert. Kein Vergleich zu
der
stattlichen Staude, die im Herbst dort eingesetzt wurde. Aber
weiße Herbstanemonen haben hier schon immer 3 bis 4 Jahre
benötigt, um zu blühen. Nur bei dieser guten Ausgangssituation
hatten wir uns für dieses Frühjahr etwas mehr erhofft.



Auch die Sommer-Knotenblume bleibt von der Umgestaltung
durch die Schnecken nicht verschont.



Die erst im Januar gesetzten Zwiebeln vom Resteverkauf
haben sich jedoch besser als erwartet entwickelt.



Immer mehr Blüten erscheinen und manche
von ihnen bleiben sogar makellos!



Und da wir uns nicht so sicher sind, dass sie auch
im nächsten Jahr wieder erscheinen, noch ein
weiteres Foto zur Erinnerung.



Da hat der Günsel weniger Probleme. Irgendwann
stand er plötzlich am Wiesenrand und erobert von
hier aus immer größere Flächen.



Auch die Hasenglöckchen haben sich
in den letzten 12 Jahren gut vermehrt.



Wie schön sich die blauen Blütenstengel dort
aus dem frischen grünen Blattwerk erheben.



Nur schade, dass ihre Blütezeit von so kurzer Dauer ist.

Aber der zurückbleibende üppige Blättertuff
wird schnell von anderen Wucherern überwachsen.
Allerdings ob der Hopfen hier vor dem Taxus diese
Rolle übernehmen darf? Er hatte die Apfelblüte
im letzten Sommer arg bedrängt.


Da ist die Clematis Heracleifolia "Cote D'Azur",
die im August durch die Wiese wandert wesentlich
besser gegeeignet!

Fotos: SchneiderHein

Im nächsten Post geht es dann nach links zum Teich ...


Kommentare:

Lis hat gesagt…

War das ein herrlicher Rundgang durch euren verwunschenen Garten! Im Moment hab ich noch keine Schneckenplage, aber es ist ja auch sehr trocken und spätestens nach dem nächsten Regen werden die Biester aus ihren Schlupflöchern kommen. Bis dahin kann ich mich an meinen makellosen Hostas erfreuen, so schön wie dieses Jahr haben sie noch nie ausgesehen.
Ich wünsche euch ein schönes Pfingstfest

LG Lis

Barbara hat gesagt…

Zum Abschluss des Abends noch ein eingehender Spaziergang durch euer grünes Reich, das bereits einige Farbtupfer aufweist. Ideal, wenn man sich nicht zu bücken braucht um all die kleinen Schönheiten zu sehen, auf die man erst noch aufmerksam gemacht wird. Meine im Frühjahr neu gekaufte Whirlwind ist auch bereits wieder verschwunden ;-( !! Das war der dritte Versuch. Ueberhaupt, die Schnecken sind im Moment nicht wirklich sichtbar, nur die Frassspuren!!!
Ein frohes Pfingstwochenende und liebe Grüsse,
Barbara

Northern Shade hat gesagt…

Your garden is looking beautiful. It must be wonderful to sit outdoors right now. The lush green growth, Mysostis and Puschkinia all shout spring.
It looks like your cat approves of the fish stock.

sisah hat gesagt…

Jedesmal, wenn ich an einem Eurer Gartenrundgänge virtuell teilnehme, sage ich mir, dass ich ihn eigentlich gerne mal persönlich kennenlernen möchte an einem Eurer offenen Gartenpforten. Von Eurem Garten geht etwas Verwunschenes aus, und ich schätze es sehr, dass Ihr ihn "ungeschönt" zeigt, also durchaus Fotos von den ungezählten Schneckenangriffen oder Misserfolgen wie jetzt mit Cornus florida!
Frohe Pfingsten
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lis
Warm & trocken ist es ja zum Glück. Hoffentlich kannst Du Dich noch lange an Deiner makelosen Hosta-Vielfalt erfreuen!

@ Barbara
Auch unsere Schnecken sind zur Zeit überwiegend unsichtbar. Und das letzte Blatt der Whirlwind besteht inzwischen nur noch aus einem vollgeschleimten Gerippe mit einem Kaffeesatz-Gürtel. Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich davon erholt. Jedenfalls werde ich es nach Deinem Erfahrungsbericht nicht noch einmal mit einem neuen Pflänzchen versuchen. Aber diesen Platz werde ich nun auch nicht neu besetzen, denn ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie es irgendwann noch einmal versucht ein oder mehrere Blätter hervorzubringen....

@ northern shade
In the last years it should be usual, that the first taste of summer take place in may. So it is at present indeed very pleasant to sit in the sunny shadow and look in the exploding green. At the pond our fish stock is nearly constant. The vagabonding heron seems not too hungry. But we don´t know, how far our grey cats can count. Nevertheless they like to sit at the bank staring at the sunbathing fishes.

@ Sisah
An solchen Tagen ist der Garten mit über 60 Besuchern in den 3 Stunden recht gut gefüllt. Vieles vom Garten verschwindet im vorderen Bereich zwischen Wiese und Teich dann unter der Menschenmenge, die sich sehr gern auch in der Nähe von Bowle & Brause sowie Götterspeise aufhält. Da ist es zeitweilig kaum möglich einen ruhigen Blick in den Teich zu werfen. Also wäre es wohl besser einen Wildwuchs-Besuch mal mit einem Heimat-Urlaub zu verbinden...
Das ein Wildwuchs-Garten nicht unbedingt nur wachsen lassen bedeutet, der Verzicht auf Schädlingsbekämpfungsmittel auch den Verzicht auf viele weiße und blaue Stauden zur Folge hat, und es wirklich Pflanzen gibt, die einfach nicht in unser Klima passen, das sind alles Erscheinungen, die uns immer wichtiger werden. Und daher bekommen diese Themen im Laufe der Zeit hier, neben den verschiedenen Pflanzenstadien, auch immer mehr Raum.

Margit hat gesagt…

Herrlich dieser ausgedehnte Spaziergang, mit dem ich erst begonnen habe. Bedingt durch eine Besucherschwemme im eigenen Garten war ich längere Zeit Blog-abstinent und kann nun am langen Wochenende ausgiebig durch euer üppiges Grün streifen.
Ihr macht euch wirklich viel Mühe mit all den Bildern und den gelungenen Beschreibungen, danke!
Liebe Grüße, Margit

SchneiderHein hat gesagt…

@ Margit
Was hattest Du denn für eine Besucherschwemme im Garten? Berichtest Du noch darüber?