Samstag, 19. Februar 2011

die Brücke



Im Post vom Kirschlorbeer hatte ich ja bereits erklärt, warum
der Küchentisch und auch der Stamm der alten, schon lange ab-
gestorbenen Dachenweide genau an dieser Stelle an der Wiese
stehen bleiben müssen. Und auch die toten, inzwischen morschen
Zweige der Weide haben noch eine Funktion: Im Sommer werden
sie ohnehin durch
wuchsfreudigen männlichen Hopfen begrünt.
Und im Winter ist die Weide ein Warteplatz für Meisen, Rot-
kehlchen und Sperlinge, wenn der Futtertisch mal wieder von
Eichhörnchen, Eichelhäher oder Tauben besetzt ist. Auch lassen
sich an den Zweigen prima die Schnäbel putzen. Und so manches
schmackhafte Getier findet sich dort an frostfreieren Tagen
bestimmt auch noch im toten Holz. Im letzten Herbst war die
Hagebutten-Ernte leider nicht so üppig ausgefallen. Aber falls die
vertrockneten Zweige noch halten, sollen im nächsten Winter
wieder
Hagebuttenzweige den Futterplatz ergänzen. Und auch
die Winterbeleuchtung möchte ich in dieser Form nicht missen ...

Heute ist es Wolfgang nun endlich gelungen diese Brücke
mal in Benutzung zu fotografieren:

Das Eichhörnchen kommt gerade von einer ausgiebigen
Mahlzeit vom Futterhaus zurück. Und wie so oft sind
die Tierchen
etwas unentschlossen. Es blickt zurück.
Ob es doch noch etwas mehr fressen sollte?

Doch dann überlegt es wohl trotzdem den Garten zu verlassen.

Nun also schnell über den Stamm zum Küchentisch,
den Stamm der Korkenzieherweide anspringen,
ein kurzer Sprung zum Holzzaun des Nachbarn und
von dort über den Hof, zur Straße und ab in die
Gärten auf der gegenüberliegenden Straßenseite.


Auch wenn so ein schon lange abgestorbener Baum
vielleicht für einige Betrachter nur unansehnlich ist,
und der Garten dadurch gar verwahrlost erscheint,
so ist es doch erstaunlich, wie viel Leben sich in
diesem scheinbar toten Gestrüpp findet ...



Fotos: W.Hein



In einem
'Garten im Fließtal' müssen sich die Eichhörnchen
jedoch noch mehr anstrengen,
um trotzdem an das begehrte
Vogelfutter zu kommen
.

Doch im Garten
'Bunte Vielfalt' haben sie sogar schon
einen eigenen Selbstbedienungsladen ...



Kommentare:

fjonka hat gesagt…

Klasse! Ich bin eine große Anhängerin von Totholz und anderen "Unansehnlichkeiten" im Garten und muß mir oft Kommentare zum "nicht vorhandenen Rasen" (Moos), "unordentlichen Garten" (Laub, stehengebliebene Staudenreste) etc anhören. Da ist es schön, mal zu lesen und zu sehen, daß Andere auch die Schönheit und vor allem den Nutzen bemerken. Hier mein (schon lange Totholz-)Liebling: http://fjonka.wordpress.com/2010/09/04/mein-freund-der-baum/

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ fjonka
Danke für den Link! Eigentlich wollte ich den Kommentar bei Dir unter dem Post hinterlassen, aber Dein Blog akzeptiert meine web.de-Mailadressen nicht. Das war mir schon mal auf einem anderen blog so ergangen. Bisher habe ich noch keine Lösung gefunden dann trotzdem zu kommentieren. Daher schreibe ich nun hier:
Ich habe noch so einiges mehr an Totoholz im Garten und hatte mir gerade beim Posten überlegt das Label 'Totholz' einzuführen. Denn auch bei uns gibt es ein Stück Korkenzieherweidenstamm, der seit 1996 im Garten verrottet - wie viele andere Äste und Stämme auch.
Und während es gerade äußerst 'in' ist im Garten Insektenhotels zubauen, lasse ich lieber altes Holz liegen und tote Äste am Baum, bis sie runterfallen - zumindest dort, wo sie keinen gefährden können.
Unsere alte Zierkirsche war irgendwann vor vielen jahren eingegangen. Die haben wir nur von den Ästen befreit, aber sie steht immer noch an der Grenze zum Nachbarn. Dort arbeitet manchmal der Specht, und die Eichhörnchen nutzen sie als Aufstiegshilfe, um dann auf dem Pavillion der Nachbarn Wasser zu trinken.
Auch unsere Komposthaufen-Umrandung besteht aus geschichteten alten Ästen. Ach, es gibt so viele Gründe altes Holz im Garten liegen zu lassen.
Und Dein Stamm liegt dort wirklich sehr malerisch!

Brigitte hat gesagt…

Zuerst muss man Wolfgang ein Kompliment aussprechen für seine schönen Aufnahmen!

Totholz - das hat ebenfalls eine Funktion, wie man erlesen kann und sehen. Für die Tiere in den Gärten ist es auf jeden Fall eine Bereicherung. Aber, wir glauben ja immer, alles müsse perfekt sein, geschleckt. Man sollte der Natur den Lauf lassen, und wenn denn tatsächlich etwas gefällt werden muss, wegen Sturmgefahr etc., dann kann man Baumreste durchaus im Garten liegen lassen. Das praktizieren wir schon lange so.

Ich wünsch dir eine schöne Woche, Brigitte

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ Brigitte
Für die Fotos hat Wolfgang auch einige Zeit benötigt. Aber zum Glück haben wir inzwischen ein sehr gelassenes Eichhörnchen, das einige Zeit auf der 'Brücke' verweilte. Und wer weiß, wann der Ast unter der Maus zusammenbricht ;-)

Schön, dass Du Dich zum Thema Totholz im Garten hier 'outest'! Entweder sind mir diese Posts bei Dir durchgerutscht, oder das ist ein Thema, das Du in Deinem Garten nocht nicht gezeigt hast. Aber bis jetzt kann ich mir aus Deinen Gartendetails ja auch immer noch keinen Gartengrundriss im Kopf zusammenbasteln. Da gibt es wohl noch so manches unbekannte Eckchen ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ist ja lieb, das kleine Hörnchen!
Ja, Totholz ist eine feine Sache - wir haben ja auch etliche Baumstümpfe u.ä, in unserem Garten und hatten früher schon Totholz, auch absichtlich hergeholt, z.B. ein Stuken aus dem Wald, dann braucht man auch kein gekauftes Insektenhotel!

Ich bedaure immer wieder, daß ich bei uns keine Eichhörnchen sehe oder nur mal schnell beim Flüchten ;-) Im Ort begegnet mir schon ab und an mal eins - aber meist sind sie dann sehr schnell, so daß ich sie kaum fotografieren kann.

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ Sara
Also Holz fällt bei uns immer genug an, da brauche ich mir nicht extra etwas aus dem Wald zu holen. Außerdem hätte ich nach der Erkenntnis mt dem Rindenmulch jetzt auch Bedenken mir noch zusätzliche Zeckenlarven oder Nymphen mit in den Garten zu holen.
Teilweise habe ich es auch an der Grenze liegen. Dort wo der Zaun in die Jahre kommt, und ich so ganz gut verhindern kann, dass Pflanzen und Laub nicht ganz so schnell zum Nachbarn gelangen.
Und auf dem Hof - am hässlichen Haussockel, bilden die locker geschichteten Hölzer der Korkenzieherweide natürliche Pflanzstützen für die Ausgesamten in den Steinfugen. Sonst würden viele von ihnen ab einer bestimmten Höhe umfallen.

Wenn Du das entsprechende Futterangebot (bei uns sind es Sonnenblumenkerne & Erdnussstücke) hast, werden die Eichhörnchen bestimmt auch häufiger bei Dir vorbeischauen. Allerdings hat unser Garten den großen Vorteil, dass er wohl direkt an einem praktischen Eichhörnchen Wanderweg liegt: Zwischen hohen Fichten auf der gegenüberliegenden Seite und dem großen Walnussbaum unserer Nachbarn. Ohne den Boden zu berühren, können sie im Wald bei uns über das Grundstück klettern & fliegen. Und ein weiterer Weg führt von der Garage am Holzzaun, übers Treppenhausdach. übers Haus, in die Sauerkirsche, in einen Wachholder an der Grenze zur Blutbuche unserer Nachbarn.

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ja, wir in unserem jetzigen Garten natürlich auch. Nur früher nicht, so schrieb ich, damals mußte ich es mir aus dem Wald dazuholen. Die kleineren handtuchschmalen Gärten geben das nicht immer so her.

Inzwischen hatte ich ja auch vereinzelt mal Zecken entdeckt letztes Jahr, aber das Ganze hielt sich doch deutlich in Grenzen.

Sonnenblumenkerne und Erdnüsse - bei uns ist alles das auch dabei - aber die Eichhörnchen sehe ich hier nie. Solange wir hier wohnen, habe ich vielleicht 2 mal eines beim schnellen Wegflitzen erwischt. Am Futterplatz der Vögel lassen sie sich nicht nieder. Wir haben aber auch kein großes Vogelfutterhaus, nur ein kleines, wo gerade ein Vögelchen hineinpaßt, ansonsten aufhängbare Futtercontainer für Knödel etc. und der Rest am Boden im Teller, Schälchen ...

Sicher liegt es auch mit an der Lage eines Grundstückes, da wird ein gesamtes Biotop wichtig sein - bei uns ist es z.B. sehr windig das ganze Jahr über - ich weiß z.B. nicht, ob diese das mögen. Sie suchen sich sicher lieber solche Futterplätze weiter unten im Dorf. Wo es für sie geschützter ist.

Lieber Gruß
Sara

fjonka hat gesagt…

@Schneider-Hein: jetzt erst sehe ich das mit der nicht akzeptierten web.de-Adresse. Hab grad mal in meinen Kommentaren geschaut - da sind schon web.de-Adressen mit dabei, und auch sogar eine mit SchneiderHein als angegebenem Namen, allerdings vom Katzen-blog (vielleicht ist das ja Jd anders aus Eurer Familie, keine Ahnung!?)
Jedenfalls ist das ne interessante Rückmeldung, ich versuche mal, rauszufinden, woran das liegen kann - schließlich freu ich mich wie Hulle über jeden Kommentar in meinem blog....

SchneiderHein 3 hat gesagt…

@ fjonka
Ich war eben mal bei Dir auf dem Blog, um unter den Wasserstiefeln zu kommentieren. Aber dort heißt es wieder 'Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.'

Es scheint ein paar Wordpress-Blogs zu geben, wo es mal klappt und dann wieder nicht. Ich kenne da noch einen blog, wo ich früher durchkam und nun auch nicht mehr. Die haben wohl ab und an ihre Anti-web.de-Tage ;-)