Sonntag, 31. Juli 2011

Die Eroberung eines Gartensessels



Inzwischen weiß ich leider nicht mehr so genau, wann wir
die Tischgruppe in der Wiese am Haus zum letzten Mal zum
Sitzen benutzt haben. Angeschafft wurde sie im Frühjahr 2002
für eine größere Gartenfeier. Und im Sommer 2004 an
einem
herrliche warmen Tag krabbelten, als wir dort länger saßen,
plötzlich unzählige kleine Tierchen aus der plattgetrampelten
Wiesenfläche unter dem Gartentisch an meinem Bein empor.
Wie sich erst später herausstellte, standen meine nackten Füße
in einem Zeckennest. Und die winzig-kleinen durchsichtigen
Krabbler waren wohl gerade erst geschlüpfte Zecken-Larven.
Danach waren wir der Meinung, dass uns ein Holzrost unter
dem Tisch vor Zecken schützen könnte. Denn überall wurde
ja behauptet, dass Zecken auf hohen Gräsern lauern. Und
wenn es nun zwei niedrig gehaltene Trampelpfade durch die
Wiese zur Sitzgruppe geben würde, dann müssten wir dort
doch eigentlich nach dieser Maßnahme wieder sicher sein.

Allerdings berichteten uns bald darauf Freunde, dass sie auf
ihrer gepflasterten Terrasse am Haus nicht mehr sicher sitzen
könnten, da in den nahegelegenen höheren Blumenkübeln
Zecken auf sie lauerten. Und nachdem eine Zecke dann unsere
Gäste auch noch mit erhobenen Fühlern freudig auf dem
Waschtisch im Badezimmer begrüßte, war es vorbei mit dem
Sitzplatz in der Wiese.

Seitdem ist es nur noch eine idyllisch gelegene Dekofläche
zum Anschauen. Aber wo gibt es sonst so viel Dekoraum für
diese oder diese kleine Sommer-Inszenierung? Im letzten
Sommer traute ich mich noch häufiger in die Wiese, so dass
der Beton-Wassergarten mit verschiedenen Saatständen
aus dem Garten
den Sommer über gepflegt wurde. Doch in
diesem Sommer fiel die Deko wegen der
zeckenverseuchten
Wiese
recht spartanisch aus. Eine alte Wasserschüssel mit
Fieberklee, ein Vogel und der Topf mit der Stacheldrahtrose

stehen nun nur auf dem Tisch.

Aber dafür erobert nun immer mehr die Natur die stillgelegte
Sitzgruppe:
Jacqueline du Pré benutzt den Sessel ganz selbst-
verständlich als Rankgerüst für ihre weichen Triebe. Das Efeu
hat am Sessel eine perfekte Kletterhilfe gefunden, und
der rote
Rhododendron
wächst mit seinen neuen Trieben durch die Stuhl-
lehne. Noch vor ein paar Jahren hatte ich behauptet, dass ich
die Tischgruppe von Flechten und Pflanzen frei halten wollte.
Aber wofür?

Foto: S.Schneider


Snow Hit







Die recht kleine Patio-Rose Snow Hit, die von Poulsen Roser A/S
aus Dänemark im Jahr 2000 auf den Markt gebracht wurde, hat es
in unserem Garten nicht leicht:
Die letzten beiden Winter haben
sie eiskalt neben den Wegeplatten zur Betonfläche erwischt. Und
ab April erschwert immer wieder der zarte, aber wuchsfreudige
Waldmeister, den frischen Austrieb dieser Rose im unteren
Bereich. Dazu kam noch das sehr trockene Frühjahr, das ihr an
dem sonnigeren Platz mit nur wenigen zusätzlichen Wasser-
gaben zu schaffen machte. Und danach muss sie sich schon bald
gegen den ausbreitungswütigen Schneefelberich behaupten. Da
ist es kein Wunder, wenn dieses eigentlich öfterbühende Röschen
sich zurückhält und nach einer spärlichen Blüte im Frühsommer
nun erst einmal Kräfte für einen weiteren Blütenbüschel sammeln
musste. Ihre erste Blüte hatte eine Blütengröße von ca. 5cm - die
nachfolgenden fallen jedoch kleiner aus. Das Laub besitzt ein
dunkeleres Grün, ist glatt und trägt einen leichten Glanz. Eigentlich
ein perfektes Röschen für den Beetrand. Aber für unseren Garten
müsste sie auf Dauer etwas robuster und wilder sein.


Leider haben es die Poulsen Rosen inzwischen alle im Wildwuchs-
garten recht schwer: Für die kleine Kletterose
Waltz hatte ich
damals einen zu dunkelen und viel zu trockenen Standort hinter
dem Teich an den Wachholdern gewählt. An dem blühte sie kaum
und konnte nur wenige Jahre durchhalten. Die größere Beetrose
Ledereborg stand rechts auf dem Hochbeet. In den ersten Jahren
machte sie dort viel Freude. Doch auch ihr wurde es an ihrem
Standort irgendwann zu dunkel, zu eng und zu trocken. Lediglich
die Bodendeckerrose
Kent oder auch White Cover genannt, hielt
bis zum letzten Winter tapfer durch. Das Röschen links neben dem
Hochbeet zwischen den Buchsbaumkugeln und der Scheinhasel
hat den Winter wohl nicht überstanden. Aber die zweite Kent,

die hinter dem Weidenröschen steht, kämpft noch ...

Fotos: SchneiderHein


Weidenröschen zwischen weißen Blüten






Ach, was wäre es schön gewesen, wenn das rosa Weidenröschen
tatsächlich die damals in einer hannoveraner Staudengärtnerei
bestellte
weiße Variante gewesen wäre! Aber so legte es zu-
sammen mit der geerbten
rosa Rose, die wir nicht umpflanzen
wollten, den Grundstein für eine kleine rosa Gartenecke. Dort
leben nun auch
Stanwell Perpetual, die manchmal mehr als
einen rosa Hauch
entwickelt, und Quatre Saisons Blanc Mousseux,
die in diesem Sommer zeigte, dass sie auch in einem kräftigen
Rosa blühen kann.
Souvenir de la Malmaison war jedoch für
unseren Garten zu anspruchsvoll und verschwand genauso wie
Sebastian Kneipp. Aber vielleicht liegt es ja auch am Schnee-
felberich
, der in diesem Bereich fast ungehindert wuchern
darf
. Da hat es die kleine weiße Snow Hit schon sehr schwer
noch etwas Lebensraum für sich zu behalten. Dafür bekommt
es den Lenzrosen am Wegesrand allerdings recht gut, dass sie
in den heißen Sommermonaten etwas schattiger stehen ...

Fotos: SchneiderHein


Unsere Pflegeröschen









Nachdem im Frühsommer die beiden Spirit of Freedom
überhaupt nicht ansehnlich aussahen, wäre jetzt endlich
der passende Moment, um sie zu verschenken. Doch aus-
gerechnet jetzt sind wir einige Tage oder sogar Wochen
autolos. Nun bin ich gespannt, wie lange die Rosenkübel
noch auf unserer Betonfläche verweilen, bevor sie an
ihren Bestimmungsort gelangen.

Allerdings sind die beiden Spirit of Freedom zur Zeit
auch eine Bereicherung für unsere noch fast blütenlose
Betonfläche. Und sie duften sogar in unserem Schatten-
garten! Doch ihre Blüten sind oftmals so schwer, dass
sie
kaum von den weichen Trieben gehalten werden.
Wir können ihnen also kaum in
ihr bezaubendes Gesicht
schauen. Auch neigen die Blütenblätter bei feuchter
Witterung schnell zum Verkleben. Für unseren Garten
sind aus heutiger Sicht leider viele Austin Rosen voll-
kommen ungeeignet. Aber bei uns wäre diese Rosa-
Variante ja ohnehin eine
Fehlfarbe!

Ende Mai 2010, als die Rosencontainer gerade von
naturwuchs geliefert wurden, sahen die beiden Röschen
noch so winzig aus
. Und Mitte Juli 2010 waren Größe und
Blütenmenge perfekter aufeinander abgestimmt. Nun ist
eine der beiden Rosen ein ausladender, aber sehr weicher
Strauch. Während die andere Rose kleiner und kompakter
blieb. Doch wie ich uns kenne, landen beide Töpfe
im Herbst nochmals hier ...

Fotos: SchneiderHein


In der Kübellandschaft



Vor dem Hochbeet am Ende der Betonfläche steht seit
ewigen Zeiten
der Rosenkasten. Ein paar Töpfchen befinden
sich noch in dem kleinen Gewächshaus, aber die Rosensaat
und die Rosenstecklinge vom letzten Herbst haben sich dort
nicht entwickelt. Doch ein paar Moose & Farne fühlen sich in
dem feuchtwarmen Klima besonders wohl. Und
den kleinen
Tigerschnegel
hatte ich da beim Fensterputzen entdeckt ...

dahinter die Hortensie Limelight und darüber eine
neue rötliche Ranke der Ramblerrose No Name.

Die verblühende Rose Alba Meidiland steht links auf
dem Hochbeet, aber sie nimmt gern mal Kontakt zur
Hortensie Limelight auf und versperrt mir häufiger
den Durchgang zu den anderen Pflanzen im Beet.

Fotos: SchneiderHein


Strauchmix



Im schattigen Südbeet hinter Nachbars altem herrlichen Apfelbaum
ist es immer schwieriger die einzelnen Sträucher auszumachen:
Der Holunder ist noch recht einfach zu erkennen, da seine
Beeren-
büschel
sich allmählich von gelb-grün zu dunkelbau verfärben. Bei
genauerem Hinschauen ist auch die erste
rot-weiße Blüte vom
Hibiskus Red Heart
zu sehen, und ein paar unscharfe Knospen be-
finden sich im Vordergrund. Dazwischen schießt der
Rubus Tridel
Benenden
mit kräftigen Trieben empor. Und ganz rechts kann ich
noch ein Blättchen von
Pemberton's White Rambler erahnen. Der
kleinblütige gefüllte Rambler hat zwar nur eine Ranke, aber in
diesem Sommer konnten wir uns hoch oben im Gewirr der Zweige
an einigen Blütenbüscheln erfreuen.
Dafür ist das Geißblatt im
Moment hier nicht mehr zu entdecken
...

Foto: S.Schneider


Auf den ersten Blick ...



... sieht das Zinkgefäß auf dem Beistelltisch
unter dem Flieder einfach nur sommerlich aus.
Und inzwischen gesellt sich zum
Storchschnabel
Rozanne
und dem Sauerampfer im Topf auch
noch eine Blüte vom weißen Hibiskus.

Jetzt müsste nur mal wieder die Glasplatte auf dem
Tisch gewischt werden. Doch bei dem unbeständigen
Sommerwetter der letzten Wochen lohnte es nicht.

Es stimmt wirklich dieser blaue Storchschnabel
hat einen enormen Ausbreitungsdrang ...

und bringt unermüdlich neue Blüten hervor!

Doch in einem Punkt kann ich der Lobeshymne
auf dem Blog 'Günstig gärtnern'
nicht zustimmen.

Oder sind das etwa keine Schnecken, die da
hoch oben im Topf an den Blüten knabbern?

Fotos: SchneiderHein


zweifarbiger Strauch















Es waren einmal zwei Hibiskus-Sämlinge aus Nachbars Garten,
die sich in den ersten Jahren so muckelig verhielten, dass ich
sie irgendwann zusammenpflanzte. So in trauter Zweisamkeit
entwickelten sie sich plötzlich viel besser und blühten dann
auch bald darauf. Doch nur der etwas zierlichere Sämling zeigte
das erhoffte Weiß der Mutterpflanze. Der andere hüllte sich in
rosa-violett. Doch die beiden werde ich nun nicht mehr trennen!

Fotos: W.Hein


Samstag, 30. Juli 2011

Sauwetter ...



Das Schwein sagt mehr als viele Worte.

Nachdem nun die beiden weißen Kaukasus-Vergißmeinnicht
fast kahlgefressen sind, kommt jetzt die wesentlich größere
hellblaue Staude am Wiesenrand dran ...

Der Metallvogel wird bestimmt bei solchem
Sommerwetter noch rostiger!


Trotz regenreichem Juli scheint es dem Hopfen
in der toten Weide
zu trocken in der Wiese zu sein.

Aber denen macht so ein Regen gar nix aus!

Und bei bedecktem Himmel lässt sich das Blau
des Hechtkrautes viel besser fotografieren.


Auch die Malven-Saatstände sehen mit
etwas Feuchtigkeit reizvoll aus.


Und mit ein paar Regentropfen darf der echte Eibisch
gleich noch einmal gepostet werden ...

Fotos: SchneiderHein


Freitag, 29. Juli 2011

Der Wind war's ...



Nun sind fast alle Blütenglöckchen der Yucca vom Winde verweht ...

Foto: W.Hein


Froschlöffel im Aluteich



So als aufrechter Solitär im Aluteich kommt der
schmalblättrige Froschlöffel viel schöner zur Geltung.
In dem Wasserpflanzengewirr im größeren Teich am
Haus, geht sein filigraner Wuchs meist unter. Aber
inzwischen gibt es nun genug Ableger dieser zierlichen
Pflanze. Dieser kommt aus dem kleinen
Wassergarten
vom Gartentisch
. Und als es Winter wurde, kamen die
Töpfe zurück ins Haus, und das Pflänzchen brauchte
einen passenden Überwinterungsplatz ...

Foto: S.Schneider


Erstmals rote Beeren



Von den anderen Schneeball-Sträuchern im Garten kenne ich
die leuchtend roten Früchte
. Aber an unserem japanischen
Schneeball
habe ich in all' den Jahren noch nie diese kleinen
ovalen Beeren gesehen. Manchmal hat es wohl auch sein
Gutes, wenn ich nicht schnell genug mit der Schere bin ...

Foto: S.Schneider


grüne Hagebutten



Jacqueline du Pré


Rosa Brunonii

Fotos: SchneiderHein


3 blaue Glockenblumen


Das sind die Reste von der bodenbedeckenden Glockenblume
auf der schattigen Südseite. Hier blüht sie nur noch sehr selten.
Vorbei sind die Zeiten, als sie sich mit
dem Günsel eine große
Fläche im Beet teilte.

Und unter dem stärker besonnten Efeu-Apfelbaum legt dieses
herrliche Wucherpflänzchen zur Zeit eine kurze Blühpause ein.
Es wird aber sicherlich nochmals auf sich aufmerksam machen!

Die Ackerglockenblume - Campanula rapunculoides
hatte sich vor vielen Jahren auf unserem Hof einfach
eingeschlichen. Es hat zwar noch einige Zeit gedauert,
bis ihre Saat auch auf der Betonfläche hinten im Garten
auflaufen wollte, aber nun ist sie endlich angekommen.
Doch in der Wiese am Haus hatte ich mit ihrer Saat
bisher immer noch kein Glück.

Rechts daneben ist noch etwas von der pfirsichblättrigen
Glockenblume - Campanula persicifolia zu erahnen. Sie war
in diesem Sommer recht wenig auf der Betonfläche ver-
treten. Dafür gab es
eine üppige Pflanze im Steinfeld ...

Fotos: S.Schneider


jetzt ist bald Zwetschgenzeit




Foto: S.Schneider


etwas Clematis



Die Clematis jouiniana bildete vor einigen Jahren
eine herrliche Pflanzgemeinschaft mit der Swany und
dem Geißblatt
. Inzwischen ist es im Südbeet jedoch
sehr schattig geworden, so dass es selbst dem Geißblatt
dort wohl zu dunkel oder auch zeitweilig zu trocken
geworden ist. Nur noch ganz vereinzelt waren im
Sommer diese herrlichen cremegelben Blüten zu sehen.
Und
rote Beeren suchen wir auch vergeblich. Auch die
Swany ist aus dem Blüh-Ensemble verschwunden. Schon
der vorletzte Winter hatte ihr arg zugesetzt und den
letzten Winter hatte sie nicht mehr überstanden. Doch
eine blütenbesetzte Ranke der Clematis jouiniana hat
sich zur Betonfläche durchgekämpft. Und viel mehr
sehen unsere Nachbarn über dem Holzzaun von ihr ...

Foto: S.Schneider


Wasserminze




Nun wird es violett im Hochbecken. Denn überall
zwischen den anderen Wasserpflanzen erscheint
jetzt die Wasserminze. Wie gut, dass
der Minze-
blattkäfer
wahrscheinlich weitergezogen ist!

Fotos: S.Schneider


Auf Landgang




Foto: S.Schneider



Donnerstag, 28. Juli 2011

Lichtspiele ...



... unter dem Flieder in Nachbars Glyzinie.

... in den Blättern der krautigen Waldrebe am Wiesenrand.

... im Hopfen über der toten Weide und
auf
den beiden Stühlen in der Wiese.

Fotos: S.Schneider