Sonntag, 24. März 2013

Zum Glück nur -9°C ...


Und das sieht morgens um 7 Uhr dann so aus:

So zusammengeklappt habe ich den roten Rhododendron 
selten im Winter gesehen. Aber laut Wetterbericht hätte 
die Nacht bei uns auch noch 3°C kälter werden können.

Doch dem armen Drosseltier reicht diese Temperatur schon aus, 
um etwas unentschlossen auf der Stuhllehne zu hocken, anstatt 
sich einfach den Bauch am Gartentisch vollzuschlagen und gleich 
darauf irgendwo einen geschützteren Platz aufzusuchen ...


Die Schneeglöckchen liegen mal wieder ...

Und trotz beleuchtetem Sauerkirschstamm lässt sich erahnen, dass 
hinter der Teichmauer auf der Nordseite noch viel mehr Winter 
ist als im restlichen Garten. Die zwei Winterlinge rechts vor dem 
Kirschlorbeer haben sich seit ihrem Erscheinen in diesem Jahr 
wohl noch nicht einmal geöffnet.

Kaum vorstellbar, dass ich in diesem Beinwell-Blattgewirr auf der
Nordseite am 25. Februar 2013 einen Knospenansatz entdeckte.

Auch der Waldmeister und das Gedenkemein 
sind seitdem nicht viel weiter gekommen.

Und nun weht ein so eisiger Wind, dass sich ein Blatt 
scheinbar schützend über die winzige Blüte legt.

Da ist es schon ein Wunder, dass sich 
der Bärlauch trotzdem aus der Erde traut!

So im morgendlichen Sonnenlicht zwischen Buchsbaum, 
Ligusterhecke und Rosa longicuspis unter der Mirabelle 
könnte man fast glauben es ist Frühling ...

Und auch bei diesem Foto ist es gut, dass die gefühlte Temperatur 
nicht mitgeliefert wird. Denn der stürmische Ostwind peitscht 
gnadenlos über die Betonfläche. 

Dieser Kälte sind nun die Blüten der 
roten Lenzrose schutzlos ausgeliefert. 

Die weiße Orientalis versucht einen Teil ihrer Blüten 
in der Mulchschicht und unter ihren Blättern zu verstecken.

Und auch die getupfte Lenzrose wünscht sich nun 
sicherlich wieder eine schützende Schneedecke ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Oje..., das hört sich hart an und noch nicht recht nach Frühling, obwohl bei dir nicht mehr so viel Schnee zu sehen ist. Hier steckt seit meinem Gehölzschnitt vor 2 1/2 Wochen alles unter einer inzwischen verharschten Schneekruste... Nur dem Winterjasmin macht's nichts aus, er blüht immer wieder neu... - Ich staune, wie intensiv und ausführlich du hier dein Gartentagebuch führst, schön!!! Lieben Gruß Ghislana

Herz-und-Leben hat gesagt…

Oh, das sieht ja wirklich schlimm aus! Wie im allertiefsten Winter! ;-)
Der Wind ist wirklich grausam! Ich gehe ja bei jedem Wetter raus und es macht mir auch an sich nichts aus. Doch wenn ich jetzt ganz winddichte Outdoorklamotten, die dazu noch warm genug sind, anziehe, wird es mir wiederum "zu warm" bei all der Bewegung - aber anders gehts nicht, wenn man sich länger draußen aufhalten will derzeit. So hab' ich zumindest, was längere Wanderungen draußen betrifft, längst meine Schneehose wieder herausgeholt ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ghislana
Fast alle schimpfen über den langen Winter, aber ich stelle fest, dass die Natur trotzdem einiges zu bieten hat.
Was Du da mit dem 12tel Blick machst und feststellst, dass das ein Foto im Monat nicht unbedingt reicht, das geht mir hier im Garten schon lange so.
Und da das Wetter vom Licht her im Moment mitspielt, verlockt es mich nun mehrmals täglich mit der Kamera in den Garten zu gehen und zu schauen, wie sich die Pflanzen mit dem Frost/Winter arrangieren oder kapitulieren müssen.

Vielleicht spielt es auch noch immer eine Rolle, dass ich bei der Anmeldung unseres Gartens im Frühjahr 2006 auf extreme Verwunderung stieß, als wir zum Start unserer offenen Pforte als erstes einen Wintertermin wegen der immergrünen Gartenstruktur anboten. Das hieß es nur: 'Was gibt es im Garten denn im Winter Besonderes zu sehen!?'
Im Moment genieße ich den Luxus mal gerade in dieser ungewöhnlichen Winterzeit genauer hinzuschauen und vieles festzuhalten. Das kann ich auf Dauer natürlich nicht durchhalten. Dafür vernachlässige ich im Moment unsere anderen Blogs.
Aber zur Zeit ist es auch einfacher, da die Pflanzenmenge doch wesentlich übersichtlicher ist, als wenn der Garten in einigen Tagen oder spätestens in ein oder zwei Wochen wieder explodiert.
Auch wenn wir im Laufe der Jahre schon viele Stauden und Sträucher an Schnecken oder wegen ungünstiger bzw. sich verändernder Standorte verloren haben, so ist noch immer reichlich Vielfalt in unserem Garten vorhanden. Und ich werde wohl nie alle Pflänzchen hier zeigen können.
Dabei hätte ich so gern auch die unterschiedlichen Erscheinungsformen im Laufe des Jahres und der Jahre zum Vergleichen ...
Denn meine Großmutter beklagte sich früher immer, dass alles so groß wird und so schnell wächst, wenn wir mal einige Sträucher geschnitten hatten und der Haufen zum Shreddern auf dem Rasen lag. Aber wenn ich mir meinen weißen Vorgarten in Braunschweig ansehe, mit dem ich vor fast 30 Jahren begonnen habe und auch diesen Garten in Hannover betrachte, den wir vor 17 Jahren bepflanzten, dann trifft das nur auf bestimmte Pflanzen zu. Viele verschwinden oder kämpfen ums Überleben.
Aber so richtig bewusst werden mir diese Veränderungen erst seitdem wir Bloggen. Vorher gab es nur mal hier und da einen Seufzer, wenn in der Baumschule ein Blümchen stand, mit dem wir es auch 2 oder 3x versucht hatten ...

Und genauso spannend finde ich nun die regionalen Vergleiche. Während bei Dir trotz oder gerade wegen des Schnees der Winterjasmin blüht, hat er bei uns seit dem erneuten Wintereinbruch wieder aufgegeben!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Klar sah das morgens heftig aus. Genau wie an dem Morgen als es nachts geschneit hatte. Aber es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur davon erholt. Und wie schnell am Morgen der Winter-Spuk normalerweise verschwindet. Da ich zur Zeit immer noch 3 bis 4x am Tag das Vogelfutter auffüllen muss, macht es Spass mal dieses doch recht ungewöhnliche Frühlingswetter mit seinen Facetten genauer festzuhalten. Doch im Vergleich zu dem Sauerfrost vom Januar/Februar 2012 befürchte ich jetzt weniger Schäden ...