Mittwoch, 6. November 2013

Heute früh ...


stellte ich fest, dass die Floribundarose Schneewittchen 
eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr bei uns hat. 

Leider ist mir im vorletzten Winter die Schneewittchen, die 
eingegangen. Und eine weitere, die ich noch etwas später 
von ihr geschenkt bekam, hatte den Winter am Reisigbündel 
hinter dem Aluteich ebenfalls nicht überstanden. Auch im 
Garten meiner Mutter hatte die erste Schneewittchen, die 
uns mein Vater in den 70ern mitgebracht hatte, nach den 
letzten Wintern mit dem Leben gerungen. Die ca. 3m hohe 
Strauchrose war am Spalier komplett runtergefroren und kam 
in diesem Sommer kaum zur Blüte. Auch die Schneewittchen 
von 1983, als ich in Braunschweig meinen weißen Vorgarten 
anlegte, war nach den letzten beiden Wintern fast erfroren. 
Und eine andere, die ich ebenfalls 1983 im weißen Vorgarten 
pflanzte, hatte nach vielen blühfreudigen Jahren irgend-
wann aufgegeben. Auch die Climbing Schneewittchen, die 
mich am Teich an meinen Vater erinnert, sah in diesem 
Frühjahr so aus, als ob sie dicht über dem Boden absterben 
würde. Rückblickend betrachtet, gibt es gute Gründe, warum 
dieser Rose im Jahr 2004 das ADR-Siegel aberkannt wurde. 
Bei uns in den Gärten hatte sie jedenfalls häufiger Probleme 
mit Sternrußtau und stand oft recht blattlos da. Daher hatte 
sie immer Begleitpflanzen bzw. ständigen Winterschutz in 
Form von immergrünen Heckenkirschen ... 

Aber sie ist eine Rose mit ganz persönlichem Erinnerungswert. 
Mit Vernunft hat das jedoch wenig zu tun. Und ich muss zugeben, 
hatte, schließlich schon genug Probleme im Schneefelberich-Feld 
habe. Moderne Rosen - auch die Austin-Rosen, sind für unseren 
Wildwuchsgarten nun mal nicht immer geeignet. Und ich sollte 
trotz aller Erinnerungen die Finger davon lassen ...



Diese sehr vernünftige Einstellung hatte aber nur bis zum 
Nachmittag Bestand. Denn auf der Suche nach Krokussen 
begegnete mir auf meiner Einkaus-Tour Schneewittchen. 
Von 9,99 € auf 5,-€ reduziert, groß und noch mit Blüten
sowie Knospen. Allerdings auch mit Mehltau besetzt und 
Blättern, an denen sich eindeutig Sternrußtau zeigte. 
Trotzdem führte sie mich in Versuchung:

An der Knospe zeigt sich deutlich Mehltau-Befall, 
und ihre Anfälligkeit bei feuchter Witterung statt 
in reinem Weiß auch mal in Rosa zu blühen ... 

Auch hier ist der Mehltau und das Rosarot gut zu erkennen.

Teilweise verkrüppelte Blätter mit Sternrußtau, ...

und in einem viel zu kleinen Topf. 

Da macht die auf 2,95 € reduzierte fuchsrote Segge - 
Carex buchananii, einen wesentlich besseren Eindruck!

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Elfenrosengarten hat gesagt…

neu würde ich sie vielleicht auch nicht kaufen,
aber sie hat eben für dich auch einen ideellen Wert :-)
Und irgendwie sieht das Schneewittchen jetzt so im
November sehr charmant aus. Das eine Bild gefällt mir sehr.
Der düstere Hintergrund und das Weiße und etwas Rote der
Blüte - sie macht ihrem Namen alle Ehre :-)
Ein tolles Bild.
Ganz viele gemütliche Sonntagsgrüße
sendet dir Urte

SchneiderHein hat gesagt…

@ Urte
Komisch, so habe ich Schneewittchen und vor allem heute früh dieses Foto beim Bearbeiten nicht gesehen. Ich war leider viel zu sehr damit beschäftigt ihre Schwächen zu bemängeln ;-) Du hast wirklich recht: 'So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, und so schwarz wie Ebenholz.'
Und da meine Großmutter in den letzten 7 Jahren pflegebedürftig war, passt das auch irgendwie als Erinnerung zu diesem arg mitgenommenen Herbströschen ;-)

Anette Ulbricht hat gesagt…

Obwohl Schneewittchen nicht sehr blattgesund ist, finde ich sie sehr schön. Vielleicht weil sie schon in meinem ersten Garten wuchs. Mein jetziges Exemplar ist erst zwei Jahre alt. Mal sehen wie sie sich entwickel.
Herzlichen Dank auch für deinen Kommentar. Ich freue mich immer sehr über ein paar nette Worte.
Ich werde deinem Wunsch auf einen Gartenüberblick so schnell wie möglich nachkommen. Der heutige Dauerregen hat mir allerdings die Lust am Fotografieren genommen.
LG Anette

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Mir war diese Rose auch ohne Erinnerungswert schon sehr wichtig. Nur habe ich inzwischen so viele andere schöne Rosen kennengelernt, dass sie eigentlich keinen Platz mehr in unserem Garten besetzen sollte. Es gibt eben robustere Rosen.
Wir haben ihr immer eine immergrüne Bepflanzung an die Füße gegeben. So konnten wir den Makel der blattlosen Zeit gut ertragen und in den letzten Wintern hat das wohl zumindest in meinem weißen Vorgarten und auch bei meiner Mutter die Schneewittchens geschützt. Im Wildwuchsgarten lag es wohl daran, dass sie im Winter zu lange trocken standen ...

Deine Regenfotos habe ich gesehen. Bei uns war es gestern nur bewölkt. Und heute steht die Sonne hinter dem Wald ;-) Hoffentlich finde ich nicht schon wieder so viele Fotomotive, denn ich komme kaum mit dem Posten nach!
Ich bin schon gespannt auf Deine Übersichtsbilder. Denn gerade in dieser Zeit kommt die Form des Gartens besonders gut zu Geltung ohne dabei zu trostlos zu wirken.