Freitag, 28. Februar 2014

Unser Garten ist volljährig


Im Februar 1996 begannen irgendwann die ersten Gartenarbeiten. 
Doch die wichtigste Gartenaufgabe war zunächst die Südgrenze 
so bearbeiten zu lassen, dass der mitgeerbte Grenzstreit wegen 
der beiden Fichten am Zaun und der Korkenzieherweide hinter 
der Garage beeigelegt werden konnte. Nachdem die beauftragte 
Gartenbaufirma die Arbeit beendet hatte, sah der Garten so aus

Der nächsten Schritte waren dann das von meinem Onkel selbst 
zusammengeschweißte Gewächshaus entfernen zu lassen, und 
zusammen mit meiner Mutter den Baumschnitt von den beiden 
Fichten und der Weide zu shreddern. Dann wühlten wir die alten
verdammt schweren vor Ort gegossen Betonplatten aus dem 
Weg, um bald darauf die Betonfläche hinter dem Wald pflastern 
zu lassen. Das Metallbecken wurde in die Fläche integriert, und 
in der Teich-Vertiefung die eingekellerten total überlagerten  
Gartenerzeugnisse aus den Einweckgläsern und Gefrierboxen 
im Garten beerdigt. Bis Anfang Juni 1996 schafften wir es dann 
tatsächlich Teilbereiche so weit zu gestalten, dass wir Mitte Juni 
dort unsere Hochzeitsparty feiern konnten. Ein Highlight war 
damals der weiße 3x3m Pavillon am Ende der Betonfläche, dort 
wo jetzt die Scheinakazie steht. Die raumfüllende orientalisch 
anmutende Liegewiese im Zelt wurde mit den letzten noch 
nicht ausgestreuten Mulchsäcken der ersten 100 Sack-Lieferung 
gepolstert. Das roch zwar recht streng, wurde aber trotzdem 
begeistert als Sitz- & Liegefläche von den Gästen angenommen. 
Leider gibt es kein Foto davon. So, wie uns aus der Anfangsphase 
auch so manches andere Foto im Nachhinein fehlt.

Und jetzt, nach 18 Jahren befindet sich unser Garten im Moment 
in einem Zwischenstadium. Denn seit 1 Woche kämpfe ich nun 
mehr als üblich gegen unsere wuchsfreudigen Bäume, Sträucher, 
Rosen sowie den schilfdurchseuchten Teich. Einiges muss jetzt 
noch geschnitten werden, aber da komme ich an meine Grenzen: 
Zu hoch, zu unhandlich oder zu sehr ineinander verschlungen, 
um es allein bewältigen zu können. Doch allmählich wird der 
Garten nun schon etwas lichter. Am Wochenende werden die 
Shredderberge auf der Betonfläche sowie an der Ostgrenze dann
hoffentlich noch um eignes höher, so dass bald die vorwitzigen
Frühlingsblüher wieder ungestört im Wildwuchs weiterwachsen …

In den letzten Tagen hatten wir oftmals herrlichen Sonnenschein. 
Aber ausgerechnet heute, bei diesem mal ganz anderen Garten-
spaziergang, war der Himmel  grau und verhangen. Allerdings 
passt diese Stimmung recht zu den Vergleichsbildern aus 1996 

Hier, wo ich jetzt hinter dem vorderen Hochbecken stehe, stand 
Und ohne die 2 Grenzfichten ist die Südseite des Wäldchens auch 
nach über 2 Jahren noch immer recht kahl. Den viel zu unförmig 
gewordenen Säulentaxus habe ich am Dienstag in der Höhe um 
ca. 1,5m gekürzt und dabei leider so manchen Krokus erschlagen.
 Jetzt besitzt er wohl wieder seine ursprüngliche Höhe von 1996 - 
so um die 4m. Wenn die Krokusse verblüht sind, dann wird er im 
oberen Teil wieder mit einem Draht etwas zusammengezogen 
und die braunen Spitzen müssen noch nachgeschnitten werden.

Der Steg folgt seit Herbst 2000 fast dem alten Betonplattenweg 
durch den Wald in den hinteren Teil des Gartens. Und der recht
gepflegte Rasen wurde gleich im ersten Gartenjahr zur Wiese. 

Während im Februar 1996 noch die Komposthaufen-
Umrandung das Ende des Gartens anzeigte, ist 
die Ostgrenze heute kaum noch zu erkennen …

Und hier liegt nun ein Teil der Shredderberge vom Rambler-
Rosengestrüpp, dem Säulentaxus am Steg und der Scheinakazie. 
Unseren Hochzeitsbaum, die Scheinakazie, haben wir als ca. 4m 
hohen Baum im Frühjahr 1997 von Freunden geschenkt bekommen,
selbst gepflanzt, von Anfang an regelmäßig geschnitten, ihn im 
Februar 2008 noch allein gestutzt, dann noch mehrmals im Laufe 
der Jahre unten herum eingekürzt, und trotzdem ist er uns irgend-
wann über den Kopf gewachsen. Im letzten Frühjahr hatte sich 
Wolfgang noch an ihm versucht, aber ab dem Zeitpunkt stand fest, 
dass wir mal wieder professionelle Hilfe im Garten brauchen. 
Doch im Herbst hatte ich den Zeitpunkt verpasst, und nun habe 
ich mich nochmals an den unteren 2 Ästen allein versucht. Zur 
Zeit stört eigentlich nur noch der rechte Ast an der Abzweigung 
in ca. 5m Höhe, der sich zu sehr zur Südseite zieht. Und den 
können wir am Wochenende eventuell mit vereinten Kräften 
bewältigen. Und dann darf sie bis zum Winter so bleiben.

Rechts die Pflanzgemeinschaft aus Flieder, Spiere, wildem Wein, 
Glyzinie und Rankrose Belvedere ist nun zumindest allseitig schon 
etwas gekappt. Eigentlich hatte ich auch hier einen radikaleren 
Rückschnitt vor. Doch soll ich wirklich in diesem Jahr auf fast alle 
Blüten verzichten? Außerdem ist inzwischen schon so viel auf 
der Südseite gestutzt, dass es bald zu wenig Höhenunterschiede 
zwischen Blühsträuchern, den Rosen und der immergrünen Rand-
Bepflanzung gäbe. Denn die Hemlocktanne am Zaun mit der 
Rosa helenae soll auch noch um 2 bis 3m gekürzt werden. Blöd 
für die Vögel, die im letzten Jahr hoch oben in der Astgabel 
der früheren Schnittstelle gebaut hatten, aber langfristig ist es 
der bessere Weg. Denn sonst müssten wir den wuchsfreudigen 
Baum sicherlich auch irgendwann wegen unserer Nachbarn 
fällen lassen …

Früher nannte ich diese Stelle 'unter der Scheinakazie' 
oder bezeichnete sie als den 'Weg zur Brombeerhecke'. 
In diesem Jahr heißt der Bereich wohl 'der Weg zum 
blauen Pool'. Nur dafür muss ich zunächst die Schling-
knöterich-Ranken shreddern. Denn der Weg ist seit 
Donnerstag nicht mehr begehbar. Und somit ist das 
'Beet der vergessenen Gemüse' bei diesem Spaziergang 
tatsächlich mal wieder in Vergessenheit geraten.

Andere gehen ins Fitness-Studio, ich habe mich dafür 
lieber 3 Stunden im Tauziehen geübt. Hätte ich noch 
weitere Kränze aus Knöterichranken winden wollen, 
wäre ich wohl erst nach einigen Tagen zu diesem wind-
schiefen Ergebnis gekommen. Der Baum links im Bild 
hat seine Haube behalten, denn auch dieser Bereich 
in der Baumkrone war bisher ein beliebter Nistplatz ...

Und diese wild wuchernde Hopfenecke an der Nordseite 
bis zum Haselstrauch hat noch etwas Zeit. Denn hier soll 
wieder ein Trampelpfad vor den Sträuchern zur Mirabelle 
führen. Und dann lassen sich die Ranken vom Weg und 
vom Zaun aus herausreißen. Ob unser Nachbar und ich den 
Hopfen hier jemals ganz herausbekommen? Wohl kaum.

Vor dem Nachbarhaus warten noch die Hasel und die fiesen 
Cornus kousa links daneben, leidet inzwischen zu sehr unter 
der wuchsfreudigen Eckbepflanzung. In der Höhe werden wir
 diese Pflanzgemeinschaft allerdings noch so belassen, um 
in den Sommermonaten den Blick auf den weißen Giebel 
etwas zu mildern 

In der Verlängerung des Glastisches steht der schon sehr alte 
über 5m hohe Taxus im Wäldchen. Vermutlich wurde er auch 
um 1968 von den Eltern meines Onkels gepflanzt, als sie sich 
hinter der damals gerade erbauten Garage ein Beet angelegt 
hatten. Leider ist das Foto der stolzen Gartenbesitzer vor dem 
übersichtlichen Beet - dem heutigen Wäldchen, zur Zeit nicht 
auffindbar. Auch dieser Taxusschnitt steht nun noch auf meiner 
Wunschliste der möglichst schnell zu erledigenden Arbeiten. 
Denn in ihm ranken endlich Rosa barbierana, Donna's Rambler. 
Rosa brunonii in der Hasel hat sich selbst einen Rosenbogen 
über den Weg vor dem Taxus gebaut. Aber damit der schmale
 Mulchweg auch im Sommer gut begehbar bleibt, müssen noch 
einige Taxuszweige weichen, und anschließend die langen 
Rosenranken tiefer in den immergrünen Strauch eingeflochten 
werden. Dann haben auch die Vögel bald wieder eine Chance 
dort zu nisten. Denn im Moment klettert Nachbarskater Cäsar 
noch sehr gern in dem lichten Gehölz umher, um den Vögeln 
nachzustellen ...

Und hier unter dem Efeu-Apfelbaum wartet nun noch 
der zweite Teil des Steinsame-Rückschnitts auf mich. 
Denn aus dem Untergrund kommen schon überall neue 
Triebe hervor. Aber wegen der dort wahrscheinlich 
lauernden Zecken sollte ich mich in dieses Abenteuer 
wohl nur noch verhüllt und wohl sogar möglichst nur 
eingenebelt begeben. Und die Quecke dahinter, unter 
wächst wieder Gras drüber!

Das kleine Metallbecken zu versäubern, ist demnächst auch mal 
wieder nötig. Aber links vom Teich die Ranken der Steinsame 
drängeln mehr, denn dahinter müssen bald einige Rosen in Form 
gebracht werden, und die Prunkspiere fängt bald an zu blühen.

Am Teich sind die Hochbecken runtergeschnitten, 
die Sitzfläche vor der Mauer ist gefegt und die Fugen 
sind zumindest provisorisch versäubert. Einige Tage 
können wir es hier nun vielleicht noch in der Sonne 
reich wird. Darum soll das restliche Schilf und das 
Efeu am Teichrand jetzt auch noch möglichst bald 
geschnitten werden 

Bei all' den Vorhaben werde ich diesen inzwischen wirklich 
wilden Teil des Gartens hinter der Teichmauer wohl auch 
in 2014 wegen der Zecken kaum oder gar nicht besuchen. 
Und ich vermute, dass ich die sehr üppige Rosa x Dupontii 
in diesem Sommer wegen der wild wuchernden Waldrebe 
vor dem Badezimmerfenster leider auch nicht sehen kann!

Wenn die Krokuswiese verblüht ist - sie fängt allerdings eben erst 
mit der Blüte an, dann wird von der Korkenzieherweide auf der 
linken Seite noch ein Ast mit zu südlichen Tendenzen entfernt. 
Und auch der große Ilex vor der Schuppenwand unserer Nachbarn 
braucht noch einen leichten Formschnitt, damit die Rambler-Rose 
NoName darin ungestört klettern kann 

Würden wir noch an der offenen Pforte Hannover teilnehmen
so wäre das zur Zeit der Eingangsblick von der Garage auf Wiese, 
Steg, die zwei Hochbecken und die mächtige Blutbuche unser 
nördlichen Nachbarn. Doch leider sprechen auch in den nächsten 
Jahren noch viele Gründe dagegen diese schöne Tradition wieder
aufzunehmen. Doch ohne die Teilnahme an offene Pforte ab 
Dezember 2006 würde es 'Wildwuchs unter Aufsicht' wohl gar 
nicht geben. Und inzwischen bin ich mir sicher, dass unser Garten 
ohne die vielfältigen Gartenblogs und den Austausch mit anderen 
Gartenbegeisterten jetzt teilweise ganz anders aussehen würde 

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Du nimmst dir noch viel Arbeit vor, wenn ich deinen Bericht lese, liebe Silke. Aber es ist leider schon so, dass man ab und zu den Bäumen und Sträuchern Einhalt bieten muss, damit andere Pflanzen auch überleben können. Ich habe ja diesbezüglich auch etwas Mühe und schneide/kappe ungern (sogar die Helleborusblätter sind nicht alle geschnitten worden ;-) !)Und dass du einen Gartenteil der Zecken wegen gar nicht mehr besuchen kannst, ist sehr schade. Könntest du dich nicht evtl. impfen lassen, wenn die Zeckenplage so gross ist?
"Happy Birthday" deinem nun "erwachsenen" Garten :-) !! Und weiterhin viel Freude daran.
Liebe Grüsse, Barbara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Barbara
Heute haben wir zum Glück mit Rosa brunonii gekämpft. Ich bin froh, dass ich nach den ersten Versuchen mich nicht mehr allein an dem Teil versucht habe! Und Wolfgang hat dabei mehrmals heftig geflucht - mehr als ich, wenn ich mit den Ramblern allein kämpfe ;-)
Diese Rose und Rosa helenae haben mich jetzt gelehrt, dass ich nicht mehr so lange mit dem Schnitt warten darf. Aber meine Wildrosen-Rambler-Erfahrung ist mit maximal 10 Jahren ja auch noch recht jung. Bisher erschienen sie mir immer noch handhabbar …
Bei einigen Bäumen haben wir einfach in den letzten 3 Jahren den richtigen Zeitpunkt zum Schnitt verpasst. Als sie noch jung waren, konnten wir uns das ab und an leisten. Aber ab dem 10. Standjahr scheinen sie schneller wild wuchernde Ausmaße anzunehmen. Die Erfahrung mache ich auch im Garten meiner Mutter - wenn ich da nicht kontinuierlich Schere & Säge schwinge, dann wird's auch schnell gefährlich.

FSME ist bei uns wohl noch kein Problem. Borreliose aber schon. Und da sich jetzt herausstellt, dass ich nun mit immer mehr Konsequenzen aus der 3-wöchige Antibiotika-'Kur' im Sommer 2011 rechnen muss (immer neue allergische Reaktionen), möchte ich die nächste 'Kur' möglichst lange hinausschieben. Das hat nichts mit Angst sondern nur mit Vernunft zu tun. Denn die Nymphen sind winzig klein und verdammt schnell. Wenn ich da kopfüber zum Schneiden im Beet stehe, sitzen die auch schnell mal in den Haaren, ohne das ich sie bemerken kann :-(

Anette Ulbricht hat gesagt…

Wie oft habe ich dich beneidet wenn du von den vielen Bäumen und Sträuchern in deinem Garten berichtet hast. Schließlich wachsen bei mir nur einige Apfelbäume und eine alte Pflaume.
Die Artenvielfalt und die damit entstehenden Möglichkeiten in deinem Waldgarten sind enorm.

Aber heute lese ich wie viel Arbeit ihr in euren Garten steckt. Schwerstarbeit ist wohl das richtige Wort dafür.
Um so toller finde ich es, dass ihr trotzdem immer weiter macht.
Und so freue ich mich schon auf neue Berichte und Bilde aus einem so ganz anderen, aber wunderschönen Garten.
Liebe Grüße, Anette

Mein Waldgarten hat gesagt…

Na, dann herzlichen Glückwunsch! Das ist schon eine beachtliche Zeit.

Ja, vom Rasen zur Wiese, das geht schnell und bei uns entwickelt sich gerade ein Moos-Wiesenrasen. Ich mag so etwas am allerliebsten. Sehr ángenehm, wollte man ihn mit nackten Füßen betreten, was ich hier aber aus bekannten Gründen wohl kaum machen werde ;o)

Da fällt schon einiges an Schnittgut an, je nach Bewuchs. Bei uns hat es bislang immer noch in die Grüne Tonne gepaßt im derzeitigen Garten. ;-) Wobei es im Ort eine einmalige kolo Abfuhr im Jahr von Strauchwerk gibt.
Das sind jedenfalls recht hohe Bäume in Eurem Garten. Überall ist so etwas ja leider nicht möglich. Und manche faulen innerlich, so daß sie vor der Zeit gefällt werden müssen. Hab' ich erst kürzlich wieder gesehen. Denn zunächst fand ich es unmöglich, daß eins pezieller wunderschön anzusehender Baum gefällt wurde. Doch der Kern war marode. Über kurz oder lang hätte es da ein Unglück gegeben ... bei der Höhe und Masse des Stammes.
Der Pool gehört sicherlich den Nachbarn?

Wenn ich das so lese, bin ich im Grunde froh, daß wir nicht mehr im Waldgarten sind. Denn dort wuchsen uns so langsam die Bäume auch über den Kopf und dem Unterbewuchs muß man schon auch regelmäßig Einhalt gebieten, alles in allem sehr viel Arbeit und Anstrengung. Nicht, daß ich die scheuen würde, aber dann fehlt die Zeit für Entspannung und aerobisches Herzkreislauftraining, denn das ist Gartenarbeit ja leider nicht, da zu statisch. Aber mit zeitweiligem Gärtner (der es so macht, wie ich es gern hätte!), würde mir immer noch ein Garten wie der Waldgarten oder der Deine am besten gefallen.

Liebe Grüße
Sara

Iris hat gesagt…

Ach von mir herzlichen Glückwunsch zum Achtzehnten, lieber Wildwuchs-Garten. :)


Liebe Silke, wenn ich lese, was Du derzeit so alles im Garten bewältigen musst, fühle ich direkt die Kreuzschmerzen mit, die das zur Folge haben muss.

So viele Sträucher und Bäume, die uns über den Kopf wachsen, haben wir hier in unserem neu angelegten Landhausgarten ja noch nicht. Und ich nehme mir fest vor, es auch gar nicht erst so weit kommen zu lassen, dass ich allein nicht mehr dagegen ankomme. Dafür sprießt hier allerdings schon wieder überall in den Beeten das Unkraut und plagt mein GärtnerInnnengewissen.

Herzliche Grüße,
Iris aus dem Lipper Landhaus

WilderGartenVordereifel hat gesagt…

Liebe Silke,
jetzt verstehe ich was Du mit einer Skizze meinst :-)). Du meine Güte und ich dachte schon eine Menge Arbeit zu haben. Die Entstehungsgeschichte ist wirklich spektakulär. Unsere Geschichte ist auch recht spannend und wir sind stolz in unserem kleinen Paradies leben zu können. Ich kann Dir soooooo gut nachfühlen wieviel Arbeit alles macht. Ich sehe mich noch im letzten Jahr an dem Seil, ziehend, während ich betete, dass eine der riesigen Fichten auf unserer anderen Seite nicht auf die Straße fällt. 18 Jahre, ich bin beruhigt noch soviel Zeit zu haben. Das macht doch mal Mut und Lust zur weiteren Gestaltung. Deinen Namen verstehe ich jetzt, Wildwuchs unter Aufsicht hört sich harmlos an und birgt wahrhaft großartiges. Danke für diesen schönen Beitrag!

Liebe Grüße aus dem wilden Garten

Alexandra

Country Charme hat gesagt…

Liebe Silke,
was Du bei Deinem lieben Besuch auf meinem Blog angesichts des besonderen Lebensstils der Bewohner von Sissinghurst von den Besonderheiten Eures Hauses erzählt hast, hat mich animiert,in der 18jährigen Geschichte von Haus und Garten herumzulesen! Du meine Güte, ein Haus mit 11 Anbauten ist in der Tat eine Herausforderung! Tja, und über Euren Wildwuchs-Garten könnte ich ähnliche Geschichten erzählen. Zumal es eine Phase gab, wo über ca 4 Jahre nicht sicher war, ob wir Haus und Garten behalten würden... Da wuchs, wie im Kinderlied von Dornröschen, "die Hecke riesengroß, riesengroß...", d.h. wir haben eigentlich alle gärtnerischen Bemühungen eingestellt und unser Haus verschwand hinter einer grünen Mauer. Ich muß doch mal nach Fotos von unserer 'grünen Hölle' suchen.
Eine wirklich unwitzige Pointe finde ich allerdings die Sache mit den Zecken! Wie Du schreibst, war ja letztendlich der Garten der Hauptgrund für Eure Entscheidung, das Haus Deines Onkels zu übernehmen. Und dann wird Euch der über weite Teile von den Biestern verleidet?! Das ist doch wirklich eine gemeine Ironie des Schicksals!
Mit mitfühlenden Grüßen, auch an Wolfgang
Christel
P.S. Mein Mann hat(te) übrigens auch Borreliose. Hast Du mal eine Kur mit Kardentinktur zur Nachbehandlung versucht?

Country Charme hat gesagt…

...natürlich meinte ich , ich könnte ähnliche Geschichten wie über Euren Wildwuchs Garten auch über MEINEN GArten erzählen! Ich muß wohl dringend schlafen gehen!
Gute Nacht!
Christel

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Du hast aber schöne Bäume in Deinem Garten und dafür eben halt auch mehr Stauden. Das, was Du erreicht hast, war früher auch unser Ziel. Nur das lässt sich eben nicht - oder nur im ständigen Kampf gegen die Natur, in unserem Garten realisieren. Und wir wollten nun mal mit und nicht gegen unseren Garten arbeiten …
Auch sollte sich die Arbeit in Grenzen halten. Wir wollten nie Sklaven der Gartenarbeit werden. So 2 oder 3 Wochen mal fast nichts im Garten zu tun, sollte auch möglich sein. Und auch wenn es jetzt hier in diesem Post vielleicht anders klingt, es ist auch noch so.
Nur die letzten Jahre, als wir mal nicht so wie erhofft konnten, da erobert sich der Garten halt Teilbereiche, die ich dann wegen der möglichen Zeckengefahr nur ungern betrat. Obwohl es witzig ist, dass sich in den ganz wilden Ecken auch meist weniger Zecken aufhalten, da Säugetiere wohl auch eher bequeme Mulchwege bevorzugen ;-)
Jedenfalls wären die wilden Ecken mit leichten kontinuierlichen Korrekturen nicht so extrem wie sie jetzt waren bzw. noch sind.
Andererseits ist es vielleicht auch gut, dass es mal so weit gekommen ist. Denn veränderte Lebensumstände können schnell dazu führen, dass andere Dinge längere Zeit vernachlässigt werden. Das nächste Mal würde ich dann hoffentlich früher eingreifen - oder 'unter Aufsicht' auch mal eingreifen lassen. Denn wenn ich jetzt jemanden mit dem Auslichten etc. beauftragen müsste, wäre das nicht nur extrem teuer, ich vermute es wäre auch teilweise nicht mehr der Garten, der mir etwas bedeutet!
Doch im Moment habe ich das Gefühl, dass die durchgeführten Gartenarbeiten im Mai/Juni nicht mehr zu sehen sind und ein 'normaler' Gärtner dann wieder wettern würde, dass hier mal ordentlich durchgeschnitten werden müsste, um Luft zu schaffen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Bei uns ging das eigentlich gar nicht so schnell mit der Wiese. Und die erhoffte Weißklee-Wiese stellte sich leider nie richtig ein, obwohl mir meine Mieterin sogar mal 1 Kg Kleesaat zum Geburtstag schenkte!

Tja, manche Bäume sind eventuell sogar schon aus den 30ern, als das Haus gebaut wurde und der Garten zur Versorgung diente. 3 alte Obstbäume sind leider schon abgestoben. Aber wenn die Äste irgendwann herabfallen stellen sie keine Gefahr da. Und Totholz hat im Garten schließlich auch seinen Nutzen für Insekten & Vögel. Aber das Thema natürliches Insektenhotel hatten wir ja schon ;-)

Der blaue Pool steht ca. 2m hinter der Grenze. Nur da unsere Sträucher so gern gen Osten wachsen, mussten da auch mal Schere & Säge ran :-(

Unter normalen Bedingungen ist Gartenarbeit für mich keine Arbeit sondern Entspannung. Und da ich mir wegen so mancher beginnender Alterswehwehchen die einzelnen Tätigkeiten einteilen sollte, und nicht mehr wie früher am Stück den ganzen Tag Bäume schneiden kann bzw. sollte, erachte ich es schon als abwechslungsreiche Bewegung/Gymnastik. Aber das ist wie vieles im Leben Einstellung-/Ansichtssache …
Und wenn es mal nicht oder nicht mehr so wie erhofft geht, dazu hatte ich schon etwas bei @ Anette geschrieben ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Iris
Kreuzschmerzen, ein dickes linkes Knie sowie einen rechten geschwollen Knöchel habe ich heute, nachdem ich gestern bei meiner Mutter die Hortensien & Co versäubert und aus dem Wintergarten geholt habe, damit dort am späten Nachmittag die Fuchsien & Abutilontöpfe aus dem Keller wieder unter dem Glasdach einziehen konnten. Nur die 4 ganz alten Fuchsienriesen & die roten eventuell verpilzten Fuchsien, die dann später gleich in den Garten kommen stehen nun noch im dunklen Keller. Fazit, heute muss ich mal wieder Pause machen. Schön war es aber trotzdem ;-)

Wenn das Frühjahr im Moment nicht so davongallopieren würde, hätte ich mir so manches besser eingeteilt und zwischendurch auch mal was weggeshreddert. Nur dem steht ja auch leider der 'gesetzliche Vogelschutz' ab 1. März mit seiner Bürokratie im Weg ;-)

So schlimm ist das mit dem Schneiden der Bäume & Sträucher eigentlich nicht. Dazu siehe @ Anette …
Und dafür habe ich halt weniger Unkrautprobleme, wenn ich mal davon absehe, dass Waldmeister, Efeu und Hopfen bei mir als Unkraut bezeichnet werden. Und mir das Schilf und die Wasserlinse die Teichfreude vermiesen ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Alexandra
Zu einem vernünftigen Gartenplan bin ich immer noch nicht gekommen ;-) Und irgendwann finde ich vielleicht mal Wolfgangs Zeichnungen von 1996 wie die Betonfläche im Garten liegen sollte, und die Zeichnungen vom Sommer 2000 von der Teichanlage.
Aber wenn es danach geht, dann könnte ich 24 Stunden am Tag über den Garten posten und wäre wochenlang damit beschäftigt.
Vielleicht schaffe ich es nun endlich nach 3 Jahren mal im Dezember 2014 über die spektakuläre Kranfällung der beiden Grenzfichten vom 5. Dezember zu berichten. Das sind ja nur noch 130 Bilder in der Vorauswahl …

Jedenfalls hat mich Dein Bericht über Eure Pflanzen-Einweihungsparty dazu animiert endlich mal etwas mehr über die schöne Zeit vor diesem Blog zu schreiben :-)

So eine Story mit dem Seil kenne ich auch. Aber am Ende stand Wolfgang und unser Nachbar war in über 10m in einer seiner Fichten unterwegs, um sie zu fällen. Da konnte ich nicht zusehen …

Aus meiner Erinnerung war unser Garten im großen und Ganzen so ab dem 5. oder 7. Jahr schon ziemlich weit. Jedenfalls zur Hochzeitsfeier unserer Freunde im August 2001 war er fast perfekt. Darum trauten wir uns auch im Dezember 2006 unseren Garten bei der offenen Pforte zu zeigen. Da gab es allerdings ja schon Probleme mit Zechken und Schnecken und wir hofften auf einen regen Austausch zu diesen Themen, um Lösungen zu finden. Doch da ergab sich nicht mehr als 'Das ist ja schrecklich!' oder Stillschweigen …
Jedenfalls gehören diese Themen für mich zum naturnahen gärtnern genauso dazu wie die Tücken bei einer allzu wilden Pflanzenauswahl - bei uns eben Waldmeister, Efeu & Hopfen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christel
Ja, ich musste wirklich schmunzeln, als ich Deinen so ganz anderen Bericht las. Auch wenn ich mich ganz bestimmt nicht mit den Bewohnern von Sissinghurst auf einen Stufe stellen möchte ;-) Aber Deine Geschichte würde mich dann irgendwann natürlich auch einmal interessieren! Denn als wir die Initiatoren der offenen Pforte mal in ihrem Garten besuchten, und es dort auch ein offenes Haus zum Garten gab, waren wir ganz begeistert. Denn die wohnen in einer ehemaligen Gärtnerei und haben ihr Schlafzimmer mit Bad hinter dem Gewächshaus. Für ein Frühstück im Bett mit Gartenblick, so wie wir es gerne fast täglich handhaben, müssen die aber durch das ungeheizte Gewächshaus in die Küche gehen. Also auch eine Art Lebensstil, der nicht zum normalen Leben von einem Haus mit Garten passt …

Tja, ich muss zugeben, als ich im Spätsommer 2002 die 6000 Schnecken sammelte, war das schon so ein Punkt, der mir die Lust am Garten verleidete. Aber wie sich bald darauf herausstellte war das ja nur ein Testlauf für uns ;-) Es kommen halt' wirklich nur die Harten in den Garten und bleiben dann trotzdem dort …
Viele Freunde gleichzeitig in den Garten einladen ist jedenfalls deswegen kaum noch möglich, da die Gefahr einfach verkannt wird. Und kleine Kinder kann man in dem Garten nun mal nicht 'anbinden' oder 'einsperren'.

Gut, dass Du mich an die Kardentherapie erinnerst! Im Moment sehe ich zwar trotz einiger Probleme, die ich einer nicht total ausgemerzten Borreliose zuordnen kann, noch keinen Handlungsbedarf - denn die nächste infizierte Zecke kommt bestimmt :-(
Aber es hat mich auf eine gute Idee gebracht. Denn meine Mutter hatte ab Ende Januar wahnsinnige Probleme im Halswirbelbereich: Wie sich jetzt nach dem Orthopädenbesuch herausstellte: Arthose, Arthritis, Ödeme, die dort auf die Nerven drückten, Bandscheibenvorfall und ein eingeklemmter Nerv - also berechtigte Schmerzen, die teilweise nur mit Schmerzmitteln auszuhalten waren. Aber nun wird es ohne Therapie allmählich besser, und sie werkelt gemäßigt, aber trotzdem wieder gern im Garten.
Ähnliche Probleme hatte ich auch mal in milderer Form: Da hatte ich im Sommer eine entzündete Stelle auf der linken Schulter, die auf den Nerv drückte und mich wochenlang fast handlungs- aber auf jeden Fall gartenuntauglich machte. Seitdem nenne ich das 'Wenn die Borrelien in mir mal wieder Tango tanzen …'
Und da der Hausarzt von meiner Mutter es damals - wahrscheinlich 2010, noch nicht einmal als nötig erachtete einen Borreliosetest zu machen, obwohl sich der Nymphenstich auf ihrem Bein entzündet hatte und wochenlang nicht abheilte, ist sie mit einiger Sicherheit auch infiziert - oder von anderen Zeckenstichen. Und diese fiesen Teilchen suchen sich ja gerne Schwachstellen im Körper, wenn das Immunsystem schlapp macht. Daher wäre so eine Kardentherapie dann vielleicht bei den nächsten Problemen doch mal bei ihr oder mir angesagt. Denn auch wenn es immer so schön heißt, dass Antibiotika helfen, so kommt der Körper im Laufe der Jahre immer schlechter damit zurecht - Allergien, allergischer Schock etc.. Es sind eben keine Bonbons! Auch wenn es manchmal so in den Medien klingt ...

Sara hat gesagt…

Da spielen sicherlich alle a-biotischen Faktoren im jeweiligen Biotop eine Rolle, auch was den Rasen bei Euch betrifft.
Ja, klar unter normalen Bedingungen ist auch für mich Gartenarbeit Entspannung. Sonst bräuchte ich schließlich keinen Garten, wenn ich das nicht lieben würde. - Doch WANN sind die Bedingungen schon normal? Wenn ein Garten erst Druck erzeugt, weil bestimmte Dinge getan werden müssen, man aber keine Zeit (und Energie) dafür übrig hat, dann ist das für mich keine Entspannung mehr - auch in Relation zur Größe des Gartens und dem Anfall der Arbeit. Wenn es in wirkliche Arbeit ausartet ...und man so schon genug zu tun hat. Klar, wenn ich Rentner wäre und nichts anderes zu tun hätte, dann mache ich nichts lieber als das! Soweit körperliche Beschwerden nicht noch zusätzlich Stress verursachen und man gewisse Arbeiten vielleicht gar nicht mehr tun darf. So gehts mir ja leider teilweise auch, auch wenn ich diese Arbeiten kräftemäßig durchaus noch tun könnte. ;-) Von meinem Mann will ich da gar nicht sprechen, der - ähnlich wie Dein Mann - selbständig und sehr viel arbeitet. Da bleibt ein Garten ohnehin auf der Strecke und wenn, dann will er sich entspannen und nicht noch an GartenARBEIT denken. Arbeit ist in der kargen Freizeit das Letzte, was er dann noch tun will. Und Arbeit ist es nun mal, da gewisse Dinge im Garten getan werden müssen, ob man will oder nicht. Und egal, wie man es auch sieht. Selbst wenn es ursprünglich Entspannung bedeutete, gerät Gartenarbeit eben doch zur reinen Arbeit, wenn man nur noch arbeiten "darf" und kein Land ist in Sicht. Davon sind wir ja im jetzigen Garten zum Glück doch entfernt ... bis auf ein paar unangenehme Dinge, die sich wiederholen und getan werden müssen, aber das ist ja überall ...
Und da finde ich - jedenfalls was uns betrifft - einen längeren Spazierwalk in der Natur als Ausgleich entspannender, als einen Haufen Knochenarbeit im Garten, der mehr oder weniger unaufschiebbar ist ... sicherlich mag das Einstellungssache sein, aber die Arbeit macht sich ja nun mal nicht von selbst.
Und an Anette schreibst Du ja selbst, Ihr wolltet nie Sklaven der Gartenarbeit werden. Das wollten auch wir nie! Denn wir wollen außerdem noch leben und die Natur draußen - außerhalb des Gartens ist uns mindestens genauso wichtig wie ein Garten, wenn nicht sogar wichtiger.

Ich weiß, daß es schwierig ist, hier im Internet, ohne daß man sich sehen und sofort aus Mißverständnisse reagieren kann, seine Ansichten und die Gegebenheiten so rüberzubringen, daß sie jeder versteht, noch dazu, wenn man nicht bis in die Intimsphäre gehen will, weil jeder mitlesen kann [wozu für mich noch einiges mehr gehört, als nur das Allerintimste! ;-)]

Wir hatten ja schon an verschiedenen Stellen über dieses Thema geschrieben und ich spreche das auch nur noch mal etwas auführlicher an, weil ich immer das Gefühl habe, die Mißverständnisse sind hier - im Internet - nur schwer auszuräumen. Das finde ich schade, denn - nach allem, was da insgesamt so rüberkommt - mag ich Dich, Silke - ohne daß wir uns perösnlich kennen, und mir ist daran gelegen, unbewußt und ungewollt kein falsches Bild zu zeichnen. Vielleicht sollte ich lieber mal eine Mail schreiben ... aber Ihr werdet ja auch genug zu tun haben und sich dann noch mit ausführlichen Mails befassen ... ??

Alles in allem gehts mir/uns so wie Dir/Euch ... jemand Fremdes beauftragen ist oft nicht nur teuer sondern die Ergebnisse sind leider nicht die Gewünschten. Im Waldgarten hatten wir damit auch so unsere Erfahrungen gemacht, einmalig zwar, aber immerhin! ;-) Schwierig dann noch, wenn das ein anderer Landsmann ist der unsere Sprache nicht versteht und man nur mit Händen und Füßen kommunizieren kann ;-)

Liebe Grüße und eine angenehme Restwoche
Sara

WilderGartenVordereifel hat gesagt…

Liebe Silke,
die größere Fällarbeit haben wir noch vor uns . Hier handelt es sich um 7 ca. 10m hohe Fichten direkt an unserem Haus. Vor dem fällen habe ich keine Sorge aber der ganze Schnitt, die Äste ein graus! Meine Knochen spüre ich jetzt schon ziemlich oft. Ein Zustand den wir in unsere Planung mit einbeziehen. Der fertige Garten soll in den nächsten Jahren keine wirkliche Schwerstarbeit mehr beinhalten :-)) (geht sowas!) Deshalb versuchen wir die schweren Arbeiten jetzt zu verrichten. Gott sei Dank habe ich auch noch ein paar ältere Kinder, die zwar murren wenn der Garten ruft, doch ganz willig meine Glieder entlasten. Wie nennen sie das nochmal ? Ich glaube "Outdoor Fitness Studio, im Rahmen von Mutter´s Splin" , meine großen sind toll. Die kleinen begleiten mich ebenfalls gerne und finden ganz zuverlässig meine verbummelten Gartengeräte wieder. Nicht zuletzt mein geliebter Ehemann, der all meine Schandtaten tatkräftig und liebend unterstützt aber auch selbst so einige tolle Ideen entwickelt. Bei Deinem Zeckenproblem kenne ich eigentlich nur die üblichen Tipps. Lavandelöl gemischt mit Teebaum vor dem Gartentrip einreiben. Bisher hat das bei uns ganz gut funktioniert. Das Lavendelöl stelle ich im übrigen selber her. Geht ganz leicht!

Liebe Grüße Alexandra

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Da wir Gartenarbeit und Freizeitgestaltung wirklich ganz unterschiedlich definieren, macht es wirklich keinen Sinn noch viel darüber zu diskutieren ...

Bei Wolfgang ist die Gartenarbeit, die jetzt erledigt ist, bzw. für die ich noch 'Anträge gestellt habe' sicherlich Arbeit und keine Freizeitgestaltung. Und wir haben Mühe die notwendigsten Dinge irgendwie mal in der Woche oder an den Wochenenden dazwischen zu schieben, damit der Garten wieder handhabbarer wird/dann bleibt. Insofern waren die letzten Jahre für ihn zumindest etwas heilsam, da ihm die Erfahrung bisher fehlte wie schnell sich so eine scheinbare Wildnis wirklich in undurchdringliche Dickichte verwandeln kann. Ich hatte das ja schon geahnt. Aber Wolfgang konnte die Eigendynamik eines Gartens halt noch nicht einschätzen. Denn im dem sehr übersichtlichen Garten seiner Eltern, wo recht früh auch noch ein Gärtner beauftragt wurde, gab es dazu keine Gelegenheit. Und beim Bäumeschneiden im Garten meiner Mutter half er mir halt nur nach Anweisung ohne sich weiter Gedanken zu machen.
Es braucht eben schon etwas Erfahrung wie viel Wildwuchs man einem Garten zugestehenen kann, und wann es dann wirklich in Arbeit ausartet.
Aber da er den Garten ja auch für sich & seine Bären nutzen möchte, ist zumindest die Bereitschaft zu dieser Arbeit da. Und wenn wir jetzt wieder kontinuierlicher am Ball bleiben können, hält sich der Aufwand für ihn auch in Grenzen.

Und für mich ist jetzt ganz klar dabei herausgekommen, dass ich im Notfall mir wirklich mal schneller bezahlte Hilfe holen muss. Denn Wolfgangs Stundenlohn ist schließlich um einiges pro Stunde höher, als der eines Gartenhelfers. Es rechnet sich also nicht, wenn Wolfgang seine Zeit mit Gartenarbeit verbringt, wenn deswegen wichtige Projekte liegen bleiben bzw. er deswegen unnötigen Stress bekommt.
Und wenn sich in den wichtigeren Gartenzeiten gerade mal irgendwelche gesundheitlichen Probleme einstellen, dann ist es entweder sinnvoll es noch um einige Zeit zu verschieben, oder auch da mal die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen. Denn die daraus resultierenden Konsequenzen machen auch keinen Spass, wenn der Garten nicht mehr das ist/bietet, was wir an ihm schätzen.

Und da unterscheiden wir uns ganz extrem: Wolfgang & ich haben nicht nur wegen der kranken Allegra im Moment in unserer Freizeit gar nicht das Bedürfnis großartig vor die Tür zu kommen. Uns reicht es möglichst oft mit Katz' & Maus vor die Gartentür zu gehen ...

Bei Dir klingt es oftmals so, dass der neue Garten zwar vom Arbeitsaufwand zu Dir/Euch passen könnte, aber eigentlich trauerst Du wohl doch noch oft dem Waldgarten nach. So oder so sind es Kompromisse, die Dir anscheinend beide nicht so recht gefallen. Und da bist Du wohl noch einige Zeit auf der Suche ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Alexandra
Äste, warum hast Du da Bedenken? Mit einem guten Shredder ist das tolles Mulchmaterial und die Stämme lassen sich doch super verarbeiten z.B. hier kleingehackt als Sichtschutz: http://geniesser-garten.blogspot.de/2014/02/sichtschutz-im-garten-teil-2.html
Das habe ich mit unserem Scheinakazienholz vor …
Zwar graut mir die nächsten Tage auch vor dem auf und nieder immer wieder, um den Häcksler zu befüllen - aber ich werde es einfach auf mehrere Tage verteilen.

Auch wenn ich froh war, dass wir die beiden Fichten an der Grenze hatten - und sie mir immer noch fehlen, so wäre es im Nachhinein besser gewesen sie gleich fällen zu lassen. Aber glücklicherweise verlief die Kranfällung ja ohne Schäden - zerlegt wurden sie auf der Straße und die Nachbarn holten sich das Holz. Auch von den Kosten her hielt es sich im Rahmen - 1.860,- €. Ich hatte Angebote über 4.000,- € - und die hätten mir dabei sogar mindestens 1/4 des Gartens beim Fällen vernichtet …
Von daher macht es Sinn wenn ihr Euch von zukünftigen Monstern, die irgendwann nicht mehr handhabbar sind oder Nachbarschaftsärger heraufbeschwören noch rechtzeitig trennt ;-)
Und schön, wenn Eure Kinder noch so wiilig sind. Denn wer weiß, wo es sie später beruflich hinverschlägt bzw. ob später beruflich noch Zeit für Gartenarbeit bei Muttern ist!?

Ich merke das jetzt auch immer mehr am Garten meiner Mutter, der etwa ab 1970 dicht gepflanzt wurde. Vieles aus den Anfangsjahren wurde bzw. musste irgendwann herausgenommen werden. Und das, was jetzt noch steht, da muss ich eigentlich 1 bis 2x pro Jahr ran, um es in Form zu halten.
Bestes Beispiel der Taxus auf dem Hof: http://schneiderhein.blogspot.de/2009/09/taxus-ruckschnitt-fur-einen-guten-zweck.html
Der ist jetzt ca. 45 Jahre alt und wurde damals wohl als 50cm hohes Pflänzchen neben die Garage gesetzt. Zwar wurde er immer mal wieder geschnitten, aber 1993 sah er einfach nicht mehr gut aus - zu hoch & zu weich. Da habe ich ihn mal einen Tag lang ausgelichtet und dann mit drei Drähten gebunden. Seitdem schneide ich ihn 1x im Jahr per Hand nach.
Unser Taxus im Wäldchen, wo die Rosen drin ranken, der müsste fast gleichalt sein - ebenso wie zwei Taxus-Sträucher bei meiner Mutter, die aber etwa 2m breit und 2,5m hoch sind. Es hängt eben extrem davon ab, was man wann mit den Pflanzen macht ...
Ich nenne das inzwischen vorausschauendes gärtnern ;-) Und wesentlich angenehmer als 1x konsequent alles in einer Radikal-Aktion auf Stock zu setzen.Ich finde das mal hier und mal da etwas auslichten über einige Jahre verteilt wesentlich sinnvoller. Dann müssen auch die Vögel nicht plötzlich verzweifelt neue Nistplätze suchen.

Mit Düften bzw. Antizeckenspray habe ich es nicht so. Daher ziehe ich Gummistiel und notfalls helle Arbeitsklamotten mit Spuren von dreckigen Händen vor. Und die Wiese ist für mich ein gutes Zeckenbarometer: Wenn ich da morgens schon Tierchen an den Halmen absammeln kann, bleibe ich bestimmten Bereichen einfach fern. Schließlich haben wir die gepflasterte Fläche vorm Haus und die Betonfläche, wo ich einigermaßen sicher bin.
Kokos soll ja auch vor Zecken schützen. Ich habe es aber dann doch noch nicht ausprobiert, da ich in dem Jahr wirklich zeckengeschädigt war: http://graue-katzen.blogspot.de/2012/03/maus-wollte-mir-gestern-was-sagen.html
Und manche schwören auf eine bestimmte Globuli-Mischung zum Schutz…
Aber wie schon geschrieben, bin ich lieber zeitweilig als Zeckenjäger unterwegs. Das ist für mich die einzig sinnvolle Alternative, um mich weiterhin nicht nur im Winter einigermaßen sicher im Garten bewegen zu können - und auch an wenigen Plätzen im Sommer noch sitzen zu können. Allerdings nicht mehr an warmen Tagen im Dunklen, denn sie kommen nachts tatsächlich aus den Beeten gekrabbelt :-(

Mein Waldgarten hat gesagt…

Deine Worte, liebe Silke!

"Bei Wolfgang ist die Gartenarbeit, die jetzt erledigt ist, bzw. für die ich noch 'Anträge gestellt habe' sicherlich Arbeit und keine Freizeitgestaltung. "

Genau das meinte ich, denn so gehts uns ja auch. Arbeitsüberlastung und da hält man sich gern alles, was zuviel wird, vom Hals.

Das mit den Gartenhelfern in Relation zum eigenen Stundenlohn haben wir auch so gesehen. Nur, daß da nicht immer alles so gemacht wird, wie man es gern hätte. Dann muß man halt dabeistehen und genaue Anweisungen erteilen. - Mein Mann muß als Freiberufler auch zusehen, daß er seine Arbeit erledigt und nicht noch Stunden mit Gartenarbeit verbringt, während seine eigentliche Arbeit wartet ... der Tag hat ja nun mal nur 24 Stunden ...

Mein Mann ist auch nicht so der Rausgeher, aber ich brauche das ganz unbedingt, besonders den Aufenthalt in freier Natur. Aber meinem Mann tut es - davon abgesehen - auch gut, wenn er längere Ausflüge nach draußen unternimmt. Da kommt der Kreislauf richtig gut in Schwung. Er mag es sich nur zuweilen nicht eingestehen *lach* Denn die statischen Anstrengungen in Haus und Garten unterscheiden sich doch von einem moderaten Wandern oder Walken draußen. Je älter man wird, ist der Druckaufbau im Körper durch statische Anstrengungen ja nicht mehr so angenehm und auch nicht gut und kann zu weiteren Beschwerden führen. Das ist ähnlich wie mit der Muckibude ... wenige können's noch im Alter, viele sollte es aber nicht mehr machen, das Gewichttraining (statische Anstrengung) ... da ist dann Gymnastik, Yoga oder Pilates vorteilhafter ... ersetzt aber natürlich das Herz-Kreislauf-Training keineswegs.

Wie sagte meine Mutter schon ... alt "darf" man nicht werden ... ;-)

Ja, da hast Du schon recht, einen Garten von der Größe des Waldgartens finde ich schon ideal - auch mit dem Bewuchs. Wenn der neue Garten einen vollen Bewuchs hätte, wie ich mir das vorstelle, wäre es noch etwas anderes. Aber vom Arbeitsaufwand wäre die jetzige Größe gerade noch das, was wir noch schaffen können. Wobei selbst hier so Einiges anfällt, was ich unter "schwer" einstufen würde. Besonders das Umgraben des fetten steinigen Bodens ist sehr anstrengend. Ich selbst darf es eigentlich gar nicht mehr seit einer OP.
Waldgartengröße ginge nur mit Hilfe von Fremden. Aber ich sehe das schon realistisch - wir werden immer älter, die Zeit wird nicht mehr und auch die Energie für diese Dinge nicht. Ein Rentnerdasein ist auch lange nicht in Sicht .... ergo geht die Tendenz immer zum kleinen Garten oder Wohnung. Wobei ich mich mit dem Gedanken an eine Wohnung nicht so recht anfreunden kann. Auf engem Raum mit mehreren Parteien ... da haben wir in der Vergangenheit leider schlechte Erfahrungen gemacht. Manche Leute sehen ihren Balkon wie ein Schiff an, bei dem man alles über Bord werfen darf ;-) Vor derartigem Verhalten schützt auch eine Eigentumswohnung nicht ...

Liebe Grüße
Sara