Sonntag, 11. Januar 2015

Der Eichelhäher hat entschieden ...


Um 11:40 Uhr ging die Vogel-Zählerei plötzlich los. 
Denn da erschien im Sonnenflitz der Eichelhäher auf 
dem Tisch. Doch leider brauchte ich zu lange, um 
die zweite Kamera richtig einzustellen.

Wenig später kam wieder der schwarze Herr vorbei, 
der seine Gattin allerdings nur in der Wiese duldet.

Eine Kohlmeise flog zum Knödel in die Hedi Grimm, 
und bald darauf sahen wir eine zweite Kohlmeise mit 
einer Blaumeise im Schlepptau …

Wer sich an der Futtersäule im Wäldchen hinter der Wiese 
mehrmals beköstigte, konnten wir anfangs nicht erkennen. 
Erst bei der extremen Vergrößerung der meist unscharfen 
Fotos war das Grünfinkenpaar zu erahnen.

Und am Wiesenrand - neben dem Podest unter der üppigen 
Hedi Grimm, suchte die Braunelle in der Korkenzieherweiden-
Mulchschicht bald darauf nach Futter.

Als alle beköstigt waren, blieb der Amselmann allein an 
'seinem' Tisch zurück. Er musste sich zunächst jedoch auch 
zurückziehen, als 2 Tauben plötzlich den Tisch besetzten.

Eine Ringeltaube bewies mir gleich darauf, dass eine 
überdachte Schale doch wesentlich hygienischer und 
besser zur Vogelfütterung geeignet ist. Als ich sie so 
breitbeinig in der Futterschale stehen sah, entschied ich 
mich nun doch bald wieder das Futterhaus aufzustellen
Denn auch wenn der Garten für einige gefiederte Freunde 
noch ausreichend Vogelfutter zu bieten hat, so scheinen 
sich die Vögel auch bei uns schon mit der Paarfindung bzw. 
Balz zu beschäftigen. Und das kostet reichlich Energie ...

Das alles geschah in den ersten 15 Minuten der Stunde 
der Wintervögel. Weitere gefiederte Gesellen erschienen 
dann nicht mehr auf der Bildfläche. 

Also wurde danach Kaffee gekocht, den Katzen heute 
schon zum dritten Mal Futter gegeben, und wir haben 
mit Blick in den frühlingshaften Garten dann auch
 endlich auf dem Bett gefrühstückt ...

Währenddessen wollte Allegra mal in den Garten schauen, 
stellte aber fest, dass es ihr selbst im Treppenhaus schnell 
zu windig wurde. Und wenig später verzog sie sich zum 
Schlafen in den Schrank hinter unserem Bett.

Eine kleine Maus wollte bald darauf zwar auch noch 
an der Vogelzählung teilnehmen, hielt es aber ebenfalls 
nur wenige Minuten am feucht-kalten Türspalt aus, und 
verzog sich wieder ins Bett unter ihre Kuscheldecke.

Wenigstens waren nun alle drinnen wie auch draußen 
gut abgefüttert …


Nachtrag 13:30 Uhr:
Das zählt zwar nicht für die Stunde der Wintervögel, …

aber soeben erschien zunächst ein Eichelhäher 
wieder am Gartentisch.

Und aus dem einen Eichelhäher wurde ein Paar. 
Vor einigen Wochen hatten wir sogar mal 3 Tiere 
gleichzeitig am Tisch gesehen. Ob das noch ein 
anhängliches Nesthäkchen war?

Und auf dem rechten Edelrost-Hirsch nahm plötzlich 
das Rotkehlchen Platz. 

Es bevorzugt allerdings die Futterschale am Podest, … 

wo es leider sogleich vom schwarzen Wachmännchen 
wieder vertrieben wurde. Doch eine Haferflocke konnte 
es dann trotzdem noch auf dem Gartentisch erhaschen! 

Und aus der Ferne waren bald darauf auch die Elstern 
mal wieder zu hören ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Seifenfrau R hat gesagt…

Wie toll, Silke!

Birgit Olann hat gesagt…

Dein Tisch ist immer wieder ein schöner Anblick, Silke, mit und ohne Besuch! Wenn unsere Kleinkatzen dieses hin und her am Futterplatz sehen, werden sie ganz aufgeregt hinter der Fensterscheibe und "erzählen" mit einem Mal ganz viel. Wir haben zu ihrem Leidwesen die Futterstellen für sie äußerst schwer erreichbar platziert, den Vögeln kommt das gerade recht.
Lieben Gruß, Birgit

Kathinka hat gesagt…

Liebe Silke,
da sind Dir wieder sehr schöne Fotos gelungen. Ich bekomme das nicht hin, bis ich draußen steh und die Kamera eingestellt habe, sind die flinken Gesellen schon längst weg...
LG Kathinka

Brigitte hat gesagt…

Spannend, was da alles so geschieht! Ich könnte die Vögel ohnehin den ganzen Tag beobachten. Viel besser als TV!

Wünsch dir eine schöne Woche, Brigitte

Anette Ulbricht hat gesagt…

In deinem Garten tummelt sich ja eine bunte Schar Vögel.
Ich habe es beim Zählen nur auf vier Arten gebracht.
Kohlmeisen, Rotkehlchen, Amseln und Spatzen.
Vielleicht liegt es daran, dass sich schon tagelang ein Habicht in der Nähe aufhält.
Vieln Dank für deine Erklärung zu meinen rosa Helleborus.
Liebe Grüße,
Anette

Margit hat gesagt…

Bei euch ist immer so viel Vogelverkehr, das ist ganz toll! In diesem Winter höre ich die Vögel vornehmlich, bekomme sie aber selten zu Gesicht. Ich habe aber den Verdacht, dass die vielen Krähen, die sich hier überall in den letzten Jahren auch im Winter breit machen, der Vogelpopulation nicht gut tun.
Herzliche Grüße, Margit

Kath rin hat gesagt…

Bewundernswert wie viele Vögel bei Dir unterwegs sind. Mein Vogelhaus wird von Ihnen gemieden, obwohl es so viele Leckerlis gäbe.

lg kathrin

Sara Mary von © Herz und Leben ( © Mein Waldgarten) hat gesagt…

Erinnert mich mal wieder an den Waldgarten. :-) Obwohl auch ím jetzigen Garten schon ein Eichelhäher gesichtet wurde, als es kälter war. Wir hatten heute auch richtig schönes sonniges Wetter, genauso wie gestern. Erst viel später zum Abend bewölkte es.
Bei uns sind vor allem sehr viele Spatzen ... vielleicht auch Braunellen, so genau habe ich mir die noch gar nicht angesehen. Braunellen kenne ich allerdings auch kaum. Die habe ich sehr selten einmal gesehen.

Liebe Grüße
Sara

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Liebe Silke,
was für ein schöner Vogelbericht, da könnte ich ja stundenlang weiterschauen. Dein Tisch sieht aber auch zu einladend aus. Doch am besten gefällt mir dein reitendes Rotkehlchen auf dem rostigen Hirsch. Ein tolles Bild!!!!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße Kerstin

Mein Elfenrosengarten hat gesagt…

Liebe Silke,
schön dass du wieder hier bist :-)
Ja, ich war fleißig und habe meinen
kleinen weißen Garten nun fertig.
18 Bildchen - hab ganz schön Zeit
gebraucht und zwischendurch pausiert.
Aber zur Zeit komm ich vom Maltisch
gar nicht weg - Naja, Winterzeit -
da träumt man drinnen :-)
Dein Vogelparadies sieht toll aus!
Ganz viele liebe gemütliche Wochenendsgrüße
sendet dir die Urte

SchneiderHein hat gesagt…

@ Gine
ja, ich war und bin immer noch ganz begeistert. Inzwischen habe ich den Zaunkönig gesehen, die Blaumeise hat einen Partner und ganz kurz war dann auch mal eine Haubenmeise im Garten :-)

@ Birgit
Ja, maus schnatterte mal im Badezimmerfenster, da tanzte ein Vogel vor ihrer Nase herum, den sie aber nicht erreichen konnte.
Nur schade, dass Nachbarskater Cäsar im Frühsommer fast jeden Tag sich einen kleinen Meisenbraten fing. sonst wäre die idylle wirklich perfekt …

@ Kathinka
An so einem tag liegen dann auch 2 Kameras mit unterschiedlichen Objektiven in Bereitschaft. Und Elstern sowie Raben sind so scheu, die bemerken auch fast jede Bewegung im Haus. Das ist echt Zufall, wenn ich von denen mal Fotos am Tisch bekomme. Oder sie haben mächtig Hunger …

@ Brigitte
Tue ich auch zu gerne fast den ganzen Tag lang ;-) Und wenn ich dann unseren grauen Damen dabei noch Gesellschaft leiste, und mir so nebenbei wenn nichts am Tisch los ist, andere Welten im www ansehen kann, ist das ein herrlicher Luxus.

@ Anette
Stimmt, so ein Habicht verändert alles! Spatzen sind dafür hier eine Seltenheit. Und es scheint so, als ob sich am Gartentisch fast nur die altvertrauten Paare einfinden. Aber wegen der möglichen Gefahr der Vogelgrippe wäre ich auch gar nicht so glücklich über mehr Vogelbesuch ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Margit
Stimmt, Krähen und Elstern verändern die Besuchszahlen erheblich. Allerdings hätte ich vor einen Tagen nicht erwartet, dass sich ein Eichelhäher mit einer Krähe anlegen würde. Der hat sie tatsächlich vertrieben und dann schnell die restlichen Erdnußhälften in sich reingeschaufelt ;-)

@ Kathrin
Da scheint es regionale Unterschiede zu geben. Das habe ich zumindest im Vergleich zum Garten meiner Mutter festgestellt. Da wir Futter verschmäht, was bei uns sofort verschwindet und umgekehrt …

@ Sara
Braunellen hat meine Mutter auch. Sogar ein paar Spatzen lassen sich bei ihr blicken. Und im letzten Jahr war mal ein Grünspecht auf der Durchreise. Vögel haben eben unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Ich vermisse halt die Spatzen. Ein paar Kilometer weiter in der Nähe unserer alten Wohnung, da gibt es dafür ganze Kolonien, die einen Cafegarten bevölkern …

@ Kerstin
In der Gefahr befinde ich mich auch ständig ;-) Wenn die Tierchen jetzt nicht alles leergefuttert hätten, könnte ich noch stundenlang mit Mann & Maus sowie Allegra im Bett liegen und dem treiben vor dem Fenster zuschauen …

@ Urte
Mit der Gemütlichkeit ist es bei mir gleich vorbei. Ich muss gleich raus in den 'Winterwald' und Zweige schneiden, um ein paar Topfblumen winterfein zu machen.
Auf Deinen weißen Garten aus der Malwerkstatt bin ich ganz gespannt. Ich habe mir Deine Bilder zwischendurch immer mal wieder unheimlich gern im www angesehen ...

Sara Mary von © Herz und Leben ( © Mein Waldgarten) hat gesagt…

Wirklich schade, daß die Spatzen nicht zu Euch finden, liebe Silke. Ich könnte Dir ein paar abgeben, bei uns fallen sie scharenweise ein. Obwohl - in den letzten Tagen hatte es eher mehr Drosseln. Das ist auch unterschiedlich.

Ich vermisse vor allem die niedlichen Haubenlerchen, die es noch in den 70er bis in die 80er Jahre hinein bei uns gab. Sie tummelten sich an und auf Verkehrsinseln. Irgendwann verschwanden sie. Aber ich glaube, das Thema hatten wir schon.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Nee, lieber nicht. Ich mag Spatzen wirklich, aber ich bin mit unserem Vogelaufkommen vollkommen zufrieden :-)
Und was es bedeutet Tiere auf die Reise mitzunehmen, das hatte ich ja mal vor einigen Jahren mit der Kröte erlebt, die versehentlich mit dem Wollgras zu mir reiste und erst beim nächsten Braunschweig-Besuch zurück in den Tümpel zu meiner Mutter kam …

Tja, und Lerchen, die habe ich leider nicht richtig miterlebt. Wohl nur ganz kurz mal beim Drachensteigen auf den Feldern. Von Lerchen schwärmt mir jedoch meine Mutter immer noch aus ihrer Kinderzeit in Destedt vor.
Und an Verkehrsinseln hätte ich sie überhaupt nicht erwartet.

Sara Mary von © Herz und Leben ( © Mein Waldgarten) hat gesagt…

Doch, die Haubenlerchen kenne ich vor allem an diesen Verkehrsinseln. Weiß der Kuckuck, was die da gemacht haben, aber wahrscheinlich auf Nahrungssuche. Man sah sie sehr häufig dort ... geht u.a. aus diesem Dokument auch hervor. Ich hatte danach mal gegoogelt, um herauszufinden, wo die Tierchen jetzt stecken

http://www.bund-lueneburg-harburg.de/fileadmin/bundgruppen/bcmsrvelbeheide/Stellungnahmen/2009-05-19_B-Plan_137_Leuphana.pdf

und hatte die auch in einem Post schon mal erwähnt

http://mein-waldgarten.blogspot.de/2013/04/kiebitze-kraniche-stieglitz-und.html

Wirklich schade drum, die waren so niedlich!

Destedt kenne ich auch ganz gut, hatte da mit Ende 20 Freunde.

Liebe Grüße
Sara