Montag, 19. Januar 2015

Diese Weide ...


Heute ist ein frostig schöner Morgen. Die Sonne blinzelte 
hinter dem Wäldchen hervor. Und die Vögel hatten vom 
Vortag noch genug im Futterschälchen auf dem Gartentisch 
übrig gelassen, so dass ich den winterlichen Anblick noch 
etwas vom Haus aus genießen konnte. Doch gegen 10 Uhr 
wurde es Zeit die Futtersäule aufzuschütteln, denn es 
hatten sich wohl mal wieder Erdnußhälften oder Körner in 
ihr verklemmt. Die Schale auf dem Tisch war inzwischen 
leergefuttert. Und die Trink-Etage in der Etagere konnte 
mal wieder kochendes Wasser zum Auftauen gebrauchen. 
Denn auch der Teich war heute bis zum Rand mit einer 
dünnen Eisschicht überzogen.

Und nachdem die Vögel versorgt waren, zog ich mit Kamera 
und Weitwinkel in den Garten, um mich nochmals an einem 
'Ganzkörperfoto' der alten Korkenzieherweide hinter 
der Garage zu versuchen ...

So, wie sie da nun steht, könnte sie bleiben! In der Mitte 
sieht sie aus dieser Perspektive gen Süden - dicht neben 
zwar etwas kahl aus. Aber aus dieser Blickrichtung nehmen 
wir den mächtigen Baum nur selten wahr. Meist sehen wir 
nur einen Teil ihrer gewundenen Zweige & Äste wenn wir 

Vom Hof aus betrachtet, mag es für Liebhaber dieser sehr 
Aber es ist leider die einzige Alternative die alte Weide zu 
südlichen Nachbarn zusammenzuleben. Denn natürlich hat 
diese extrem wuchsfreudige Korkenzieherweide gerade 
zum Süden einen enormen Ausbreitungsdrang. Und so 
müssen immer mal wieder - möglichst 1 bis 2x pro Jahr, 
werden, damit dieser herrliche Baum für uns auch in 
Zukunft einigermaßen handhabbar bleibt. 

einem professionellen Gartenbaubetrieb zu 'verdanken' 
hatte, möchte ich nicht noch einmal erleben. Damals 
war der Baum wahrscheinlich etwas über 15 Jahre alt, 
und vollkommen 'aus den Fugen' geraten. Denn meine 
Patentante & ihr Mann waren eventuell schon zu alt bzw. 
auch schon zu krank, um der Bitte ihrer - jetzt unserer, 
südlichen Nachbarn nachzukommen die über die Grenze 
ragenden Äste zu entfernen. Und unglücklicherweise waren 
der Baum sowie die 2 Fichten an der Grenze, inzwischen 
in die Baumschutzsatzung gewachsen, so dass ohne eine 
entsprechende Genehmigung kaum etwas entfernt werden 
durfte. Durch einen Rechtsstreit wurde das Ganze dann 
auch noch aktenkundig, so dass der Baum und die beiden 
fast 30 Jahre alten Fichten bis zu einer Einigung und 
einem entsprechenden Baumgutachten munter 
weiter wachsen durften.

Ich kann daher eine unserer Nachbarinnen sehr gut verstehen, 
wenn sie sagt: 'Mir wächst kein Baum mehr in die Baumschutz-
satzung!' Doch eigentlich sollte damit ja genau das Gegenteil 
erreicht werden 

In Braunschweig haben wir wohl Ende der 70iger - ebenfalls 
aus Unwissenheit, fast den gleichen fatalen Fehler begangen: 
Ein Kind der ersten Korkenzieherweiden hatten wir leider 
neben unserer sehr ordnungsliebenden nördlichen Nachbarin 
direkt am Zaun, und viel zu dicht hinter die Hecke gepflanzt. 
Neben den herrlich gedrehten Zweigen, dem märchenhaften 
Anblick bei Schnee & Frost, der Freude über den sehr frühen 
Austrieb der frischgrünen Blättchen, das herrliche Spiel der 
Zweige im Wind, und all' die Vogelbesuche, die dort reichlich 
Insektennahrung fanden, gab es leider auch schon bald sehr 
viel Ärger mit dem Baum. Denn Weiden haben leider die für 
manche unschöne Angewohnheit erst sehr spät im Gartenjahr 
ihr Laub abzuwerfen. Und wenn man - wie die nördliche 
am Liebsten Ende September die Herbstarbeiten in ihrem 
Garten erledigt hat, um sich dann in die warme Stube 
zu verkriecht, dann ist das herübergewehte Weidenlaub 
in ihren bereits aufgeräumten Beeten ein echtes Ärgernis

So hatte ich also seit 1996 nicht nur unsere Korkenzieher-
zu halten, sondern auch noch dazu die ältere Weide im 
braunschweiger Vorgarten sowie die ebenso alte Weide 
Mutter, und einen etwas jüngeren Baum vor ihrer Garage 
neben einem riesigen Wachholder ... 

Unter normalen Umständen konnte ich - solange ich 
am Ball blieb, die beiden hinteren Bäume im Garten 
meiner Mutter ganz gut mit 'jugendlichem' Leichtsinn 
Aber der mächtige Baum in Braunschweig, dessen 
üppige Zweige teilweise in 3m Höhe über den Fußweg 
ragten, erforderte für so manchen Ast schnell mal eine 
stabile unhandliche Leiter. Und dabei kam ich im Laufe 
der Jahre immer mehr an meine körperlichen Grenzen. 
Dazu musste dann auch mal Herr Hein anrücken. Der aber 
berechtigter Weise feststellte, dass seine 'Arbeitszeit' 
eigentlich zu teuer sei, wenn er sich für so eine Aktion 
extra einen Tag in der Firma freischaufelte und dafür 
andere wichtige Arbeit liegenblieben. Denn bei dem 
Astaufkommen, das da binnen 2 Stunden vom Baum 
herunterkam, haben wir die Äste, die sich nicht 
sogleich in der Nachbarschaft verteilen ließen, um-
gehend in der Hofeinfahrt handlicher gesägt. Und 
die restlichen wunderschönen Oster-Dekozweige 
einfach durchgeshreddert, um sie auf den Beeten 
zu verteilen. Oder ich nahm das Mulchmaterial 
dann sogar in den großen Ikeataschen mit in 
unseren Garten nach Hannover. Denn auch die 
Gärtnerei in der Nähe war inzwischen zur 
Selbstversorgung übergegangen und benötigte 
keine weiteren Zweige mehr zum Verkauf.

Als der Baum im Vorgarten dann auch immer 
häufiger schon kurz nach dem Austrieb seine Blätter 
abwarf, da sich eventuell der Weidenblattkäfer an 
ihm beköstigte. Oder ein anderes Schadinsekt wie 
häuslich eingerichtet hatten, gaben meine Mutter 
und ich dann schweren Herzens dem Drängen der 
ohnehin schon genervten Nachbarschaft nach. Ich 
weiß es nicht genau, aber vermutlich ließen wir den 
Baum im Frühjahr 2011 - schon bald nach dem Tod 
meiner Großmutter fällen. Sie hasste zwar diese Weide 
wegen des Ärgers, den sie immer mit sich brachte. 
Aber genauso genoss sie es auch darin vor ihrem 
Schlafzimmerfenster die Vögel zu beobachten. Und 
zum Glück hatte Braunschweig vor einigen Jahren 
die Baumschutzsatzung abgeschafft. So konnte der 
Entschluss dann auch recht schnell in die Tat um-
gesetzt werden. Doch dafür hat nun in fast jedem 
im weißen Vorgarten einige Zeit unter einem 
teilweise heftigen Sonnenbrand zu leiden 

Bei uns im Garten würden sich die Skimmie und 
der Rhododendron 'Percy Wiseman' sicherlich freuen, 
wenn wir die Weide irgendwann entfernen würden. 
Aber ich werde beide Pflanzen wohl lieber später 
einmal umsetzen, bevor sie noch mehr unter dem 
Schatten und der fast ständigen Trockenheit unter 
der Weide leiden. 

Denn diesen Baum möchte ich wirklich nicht in 
unserm Garten missen. Auch wenn er jedes Jahr einiges 
an Arbeit & Ärger bereitet. Es wäre alles wesentlich 
einfacher gewesen, wenn meine Patentante & ihr Mann 
den Ableger, den sie Ende der 70er von uns geschenkt 
bekamen, an die linke Seite der Garage gepflanzt hätten. 
Dann könnte sich der Baum allseitig gut entwickeln
und man hätte nur kontinuierlich einige der Äste an 
den Hauptstämmen rechtzeitig entfernen müssen. 
So wird er im Idealfall vom Hof aus betrachtet immer 
recht unausgewogen bleiben. Aber unseren Garten-
ausblick stört diese Wuchsform überhaupt nicht. 

Und die Eichhörnchen gelangen noch immer vom 
nördlichen Garten über das Hausdach zum Treppen-
hausdach direkt in den Baum. Um ihren Weg dann 
über den Ilex hinter der Wiese zum Gartentisch 
oder zur Futtersäule im Wäldchen fortzusetzen.

Und nicht nur heute, am Geburtstag meines Vaters, 
erinnert mich diese Weide an ihn. Denn er ist eigentlich 
daran Schuld, dass Korkenzieherweiden noch immer 
neben Birken & Scheinakazien zu meinen absoluten 
Lieblingsbäumen gehören. Denn irgendwann in den 
frühen 70ern, als mein Vater als Frührentner versuchte 
seine Rente mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen 
etwas aufzubessern, kam er bald darauf auf eine ganz 
andere Idee: Er besorgte sich ein kleinen Stück Land,
 um dort Korkenzieherweiden anzubauen, die er dann 
bald nach Weihnachten dem Einzelhandel in der 
näheren Umgebung anbot. Und nicht nur die Blumen-
geschäfte erhielten seine Ware. Auch in einem 
meiner Geburtstagssträuße befand sich ein recht 
kleiner Korkenzieherzweig, der bald darauf 
Wurzeln bekam. Die Mutter all' dieser Kinder 

Foto: S.Schneider


Und wer sich nach diesem Post nun etwas mehr Gedanken 
über Baum & Strauchschnitt machen möchte, der sollte sich 
zu Gemüte führen …


Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Da hast du nebst dem vielen Positiven der Korkenzieherweide auch grosse Arbeit mitbekommen. Aus Erfahrung weiss ich, dass Nachbarn oft eine andere Ansicht haben was die Grösse, Dichte, Form eines Baumes nahe der Grenze angeht. Vor 30 Jahren, in meinem damaligen jugendlichen Uebermut hatte ich kleine Bäumchen sehr nahe an die Grenze gepflanzt, irgendwie mir nicht vorstellend, dass diese im Laufe der Zeit zu beachtlichen Exemplare werden könnten. Vorletztes Jahr, im Zuge der Gartenverkleinerung, sind dann einige Bäume der Säge zum Opfer gefallen. Zum Glück keine, die mit einer so netten Geschichte verbunden waren wie deine Korkerzieherweide aus einem Geburtstagsstrauss von deinem Vater. Liebe Grüsse, Barbara

Zarina hat gesagt…

Liebe Silke,

jetzt bekomme ich den Hauch einer Ahnung, mit welchen "Tücken der Komfortzone" Du zu kämpfen hattest!

Ich mag Korkenzieherweiden auch sehr. Aus dem Wohnzimmerfenster unserer früheren Wohnung konnte ich die stattlichen Baumkronen solcher Weiden aus der Ferne sehen und habe ihre Wuchsform sehr lieb gewonnen.

Vor allem im Herbst / Winter, wenn die Sonne unterging und bei schönem Wetter der rötliche Himmel dahinterlag, hatte es etwas fast Mystisches.

Deine Geschichte ist rührend und ich spüre Deine Wärme in der Erzählung.

Ich wünsche Dir, dass die Nachbarschaft von "Altersfriedlichkeit" gesegnet werden und zukünftig ein wenig weniger Stress verursachen.

Herzliche Grüße
Zarina

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
ich schaue vom Schlafzimmerfenster auf eine Korkenzieherweide im Reihenhausgarten gegenüber. Alle paar Jahre wird sie radikal geschnitten, weil sie sonst bald die Höhe des Daches erreichen würde. Jedesmal treibt sie mit bewundernswerter Energie wieder aus und sieht bald wieder toll aus. Ich mag den Anblick sehr, ohne sie wäre die Siedlung nur halb so grün. Aber man muss eben am Ball bleiben.

Deine Stinkende Nieswurz hat sich übrigens prächtig entwickelt. Blühen wird sie aber dieses Jahr nicht. Auch der Beinwell, den ich von dir habe, macht einen fitten Eindruck. Ich freu mich schon auf seine weißen Blüten.
VG
Elke

Sara Mary von © Herz und Leben ( © Mein Waldgarten) hat gesagt…


Ah, Dein Weiden-Post?
Ich habe auch schon hin- und her überlegt, aber zu kahl sollte unsere nicht werden oder zu niedrig. Sie bietet doch einen Windschutz, der nicht zu unterschätzen ist. Denn bei uns ist es fast ständig windig. Ohne hohe dichte Bäume pfeift der Wind nur so am Haus entlang, ganz grauslig! Ich hatte ja sogar weiter hinten noch eine zweite, Drachenweide, angepflanzt.
Doch wenn die Nachbarn beeinträchtigt werden, ist das nicht mehr so einfach. Das ist ja bei uns nicht der Fall - nur zur Straße hin müssen wir sie in Schach halten, damit die Leute keine Äste auf den Kopf kriegen. ;-)
Ohje, habe mal weitergeklickt, das war ja wirklich eine Verunstaltung - ein Massaker, so könnte man es sagen, da blieb vom Baum ja nicht mehr viel übrig! ;-)
Tja, da haben wir außerdem ein ähnliches Problem mit der kostbaren Arbeitszeit, nur daß ich den hohen Baum trotz alledem nicht selbst einkürzen könnte ...
Schon traurig, wie das mit Nachbarn sein kann. Wir hatten ähnlichen Ärger in L. früher mit Birken. ;-) Wie wärs als Ersatz mit einer kleineren Korkenzieherhasel an anderer Stelle?
Interessant, das über Deinen Vater schriebst Du wohl noch nie ... Dann haben die Weiden ja für Dich außerdem auch noch eine ganz besondere Bedeutung.
Liebe Grüße
Sara

Frauke hat gesagt…

liebe Silke, da hängt ja viel Herzblut an deiner Weide,
Ich mag sie auch sehr gerne, aber gerade aus diesem Grund pflanze ich sie nicht in meinen Garten!
Andere nachbarn gaben schon viel geld zum Fällen aus, da pflanze ich lieber Obstbäume , die gehören nicht in die baumschutzordnung und sind wunderbar in Form zu halten.
Aber ähnlich geht es mrt mit dem alten Sommerflieder, den ich auch immer wieder kappe und rechtzeitig zurückschneide zum Nachbargrundstück. Bei allem möchte ich aber auch keinen Streit deshalb mit den Nachbarn. So haben wir eine lange Zufahrt zu unserem Grundstück, unsere Nachbarn pflanzten munter vor 30 Jahren ihre Wachholder und Lebensbaum und hochwachsende Büsche, wie Flieder, Haselnuss und Jasmin direkt an die Grenze.
Unserer Vorgänger achteten leider nicht auf die Abstände, wahrscheinlich gab es da auch noch keine Vorgaben.
Als wir einzogen, schnitt der Nachbar noch die Hecke am Weg teilweise frei. Auch hing ihr Zaun abgebrochen zur Seite. Ich muss mich immer erst erklären und bitten zu schneiden.
Dabei ist auch unser Rettungsweg für die Feuerwehr und es kommen auch mal LKWs zur Anlieferung.
So habe ich begonnen, es selbst in die Hand zu nehmen, aber den Schnitt bringe ich ihnen zum Selbstentsorgen vorbei.
heute sind wir durch soviel Waldgebiete gefahren es gibt soviel Grün in Deutschland, da ist es doch nicht wert dem Nachbarn das Licht zu nehmen und zu verschatten.
In Schlesig - Holstein werden Büsche geknickt und dies ist auch eine gute Alternative , wenn mal die Stämme zu dick werden.
Grüße von Frauke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Barbara
Ach ja, die Erfahrungen mit Nachbarn und deren ganz unterschiedliche Garten-Vorstellungen - nicht nur in Bezug auf Grenzen, habe ich zur Genüge kennengelernt ;-) Denn sowohl im Garten meiner Großeltern (jetzt meiner Mutter) und auch hier haben wir an 3 Seiten jeweils 4 Nachbarn. Und die Vorgärten sind noch ein ganz anderes Thema, denn da reden dann nicht nur die direkt betroffenen Nachbarn mit. Da wird sich dann sogar darüber aufgeregt, dass unsere Immergrünen uns das Licht vor dem Küchenfenster wegnehmen. Wo ich mich über den Sichtschutz zur Straße freue und wir deswegen keine Gardinen vorm Fenster brauchen ...

Wenn es mit der Zeit, dem Wetter und der körperlichen Fitness keine Probleme gibt, dann macht mir ehrlich gesagt das Beschnippeln der Weiden und die anschließende Material-Verwertung richtig Spass. Nur im Laufe der Jahre ist leider auch oftmals etwas dazwischen gekommen. Und wenn die Stämme dann so unhandlich werden, dass ich mich nicht mehr allein herantraue, dann wird es komplizierter.

Aber zum Glück sind alle Bäume und Sträucher, die wir gepflanzt haben recht handhabbar. Einzige Ausnahme die Scheinakazie. Aber wenn die irgendwann einmal professionell geköpft wird, dann komme ich mit der auch wieder klar. Nur im Moment möchte ich noch unsere südliche Grenz-Bepflanzung etwas in Form bringen. Und da würde es ohne Scheinakazie fürchterlich kahl aussehen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Zarina
Danke für Deine guten Wünsche ;-) Leider habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass es anstatt Milde im Alter oft reichlich Altersstarrsinn gibt, der dann recht heftig ausarten kann. Da mache ich mir keine Illusionen. Daher versuche ich lieber Kompromisse einzugehen, denn auf den Baum und eine grüne Grenzbepflanzung zum Süden möchte ich nicht verzichten. Denn ich liebe den Baumschatten der Korkenzieherweide am Haus und der Scheinakazie an der Betonfläche ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Radikale Schnitte möchte ich möglichst vermeiden. Denn der besige Neuaustrieb gefällt mir überhaupt nicht. Auch alte Obstbäume werden ja manchmal so extrem zugerichtet, dass sie dann jahrelang merkwürdig aussehen. Daher ist es mir lieber kontinuierlich mal hier und mal da schonend auszulichten oder einzukürzen, so dass man den Schnitt nach einigen Wochen kaum noch sieht.

Schön, dass sich die Pflanzen bei Dir wohl fühlen :-) Eine ältere H. foetidus, die schon in diesem Jahr blüht, hätte mir das Ausbuddeln wohl sehr übel genommen - meist gehen sie dann bei mir ein. Die Sämlinge sollten sich möglichst selbst einen Platz im Garten suchen, oder recht früh umgepflanzt werden.
Der Beinwell ist bei mir sogar noch grün. Eventuell blüht er sogar schon im Versteck. Denn vor einigen Wochen sah ich schon die erste Blüte vom Gedenkemein ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ja endlich ;-) Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich alle Bausteine zusammen hatte. Denn fotografiert habe ich die Weiden schon oft, aber viel zu selten gepostet. Und trotz Weitwinkel sind sie nur schwer in der ganzen Größe aufs Bild zu bekommen.

Solange ihr die Stämme nicht hoch oben kappen müsst, dürfte das ja auch weniger ein Problem sein. Nur bei uns dürfen sich die Weiden ja erst in ca. 3 Höhe entwickeln. Und von den Hauptstämmen müssen wir dann kontinuierlich zu dick werdende Äste herunterholen. Bei meiner Mutter ist mir nämlich mal ein Ast aufs Wintergartendach geknallt. Aber seitdem kann sie nun zumindest durch Klarglas zum Himmel schauen ;-)

Eine Drachenweide hat ein ganz anderes Wuchsverhalten. Die braucht viel länger. Leider sind sie mir wohl durch den Weidenbohrer in beiden Gärten eingegangen. Die Bänderweiden waren auch mal in einem Geburtstagsstrauß von meinem Vater und bekamen auch Wurzeln. Ein Teil eines der Kinder ist noch im Garten vorhanden - der Totholz-Eichhörnchenlaufsteg zum Gartentisch …

Korkenzieherhasel als Ersatz? Nein, das steht nicht zur Diskussion, dass die Weide gefällt wird. Und wenn kommt da kein Baum mehr so dicht an die Grenze. Aber in dem Garten von Wolfgangs Mutter steht eine Korkenzieherhasel. Die müsste nun etwa 35 Jahre alt sein. Und wenn die nicht wegen der Grenze häufiger beschnitten worden wäre, dann würde die vielleicht jetzt endlich 3,5m hoch und 2,5m breit sein - also echt kein Ersatz. Wir hatten uns 1996 eine ins Südbeet gepflanzt, die ist jetzt gerade mal 2m hoch und ein schmales Etwas. Und auch die bei meiner Mutter hat sie bis jetzt kaum mehr Volumen erreicht ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Frauke
Ich hoffe, dass mir diese Korkenzieherweide noch lange erhalten bleibt, und ich daher keinen anderen Platz für eine neue Weide im Garten suchen muss. Denn sie steht auf unserer Südseite und verschattet somit unseren Garten, was ich im Sommer sehr schätze, Denn früher hatten die beiden Grenzfichten diese Aufgabe erledigt. Und ohne die Weide wäre es vorm Haus in heißen Sommern gar nicht auszuhalten.

Daher stört es mich auch überhaupt nicht, dass der große alte Apfelbaum im südlichen Nachbargarten unser Südbeet verschattet. Im Gegenteil - ich befürchte sie werden ihn bald fällen, da im Sommer plötzlich schon mal ein dicker Ast aus dem Baum herabgefallen war. Dann fehlt unserem Garten der Hintergrund ...

Die Obstbäume in unserem Garten möchte ich auch nicht missen. Zwar sind uns leider 2 altersschwache Apfelbäume und eine Birne eingegangen. Aber wir haben immer noch 3 Apfelbäume, eine Mirabelle, eine Zwetschge und eine Sauerkirsche. Doch das reicht mir auch. Denn die müssen wir schließlich auch im Zaum halten. Bäume haben wir jetzt wirklich genug im Garten. Aber die, die da sind, möchte ich nicht missen.

Über Grenzprobleme könnte ich viel erzählen. Daher weise ich hier auch häufiger darauf hin. Denn ich finde es schade, wenn Bäum & Sträucher gepflanzt werden und irgendwann wieder rausfliegen, da sie aus den Fugen geraten sind. Da bevorzuge ich das vorausschauende Gärtnern. Schließlich gibt es noch genug Tücken im Detail, die dann trotzdem schief gehen können...