Montag, 23. März 2015

Keine Caucasicus, keine Yellow Lady ...


… sondern ein Kümmerpflänzchen:

Es muss wohl Anfang 2004 gewesen sein, als ich zusammen 
mit meiner Mutter bei Marktkauf in Braunschweig mal wieder 
unvernünftig war. Denn dort gab es eine frische Lieferung 
Hellebori mit vielversprechenden Bezeichnungen wie 'Cauca-
sicus' oder Namen wie 'Yellow Lady' - klein, recht gesund, 
aber ohne Blüten. Und auch wenn ich schon damals häufiger 
die negative Erfahrung machen musste, dass Schilder und 
Topfinhalt nicht zwangsläufig zusammenpassen, so war die 
Verlockung bei dem relativ günstigen Preis einfach zu groß. 
Vermutlich kamen damals 4 oder 5 Hellebori-Töpfe zu uns 
in den Garten. Unter anderem Helleborus caucasicus und die 
'Yellow Lady'. Und vor dem Buchsbaum - gleich hinter dem 
Stegpodest links am Wegesrandspannten sie mich lange auf 
die Folter. Wahrscheinlich sind ein oder zwei der Stauden 
etwas weiter hinten im Beet irgendwann eingegangen. Sie 
felberich etc. überwuchert. Und im Laufe der Zeit outete 
sich eine der Lenzrosen plötzlich als eine rosa Variante
Doch nach all' den Jahren des Wartens wollte ich ihr
den Umpflanzstress dann nicht mehr zumuten. Zumal sie 

Und davor steht die Lenzrose, von der ich so lange 
gehofft hatte, dass aus ihr eine Helleborus caucasicus 
oder vielleicht die Orientalis-Hybride 'Yellow Lady

Inzwischen sind unter ihr sogar Kinder entstanden.

Und es ist wirklich spannend, ob daraus irgendwann 
einmal weiße oder rosa Lenzrosen-Varianten entstehen.

Und wie stark sich bei den Kindern der Anteil 
von Punkten in den Blüten bemerkbar macht.

Aber zunächst macht mir die Mutterpflanze leider Kummer. 
Denn ein neues Blatt sieht schon wieder welk aus. Ob hier 
recht dicht vor dem Buchsbaum, aber eigentlich ist es dort 
durch den Steg und Weg im Moment noch ziemlich luftig.

Und sie gehört zu den Hellebori, die oftmals Eierschalen 
bekommen, mit verdünntem Kaffeesatz gegossen werden 
und während der Blütezeit auch häufiger mal etwas 
Flüssigdünger bekommen ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Sara Mary © Mein Waldgarten (© Herz und Leben) hat gesagt…

Wirklich schade. Scheint mir ganz so, als liebten die einen Sonnengarten, obwohl ich ursprünglich nicht davon ausging. Denn ich tat nichts dergleichen, weder Eierschale noch Dünger ... entweder vergessen oder keine Zeit. ;-) Doch meine blüht und blüht und blüht. ;-) Ich war selbst ganz überrascht.

Liebe Grüße
Sara

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Liebe Silke,
so hab ich meine Christrosen noch nie verwöhnt, aber Danke für den Hinweis, dann werde ich das jetzt mal nachholen.
Ich bin immer ganz begeistert, wie akribisch du in deinem Garten vorgehst und welch gigantisches Wissen du besitzt.Respekt!!!
Du beeindruckst mich wirklich!!!
Ich wünsche dir eine schönes Wochenende!!!
Liebe Grüße
Kerstin

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Hast Du mehr als eine Helleborus? Denn dann hast Du eine H. niger - eine andere hatte ich auf Deinem Blog nicht gesehen. An denen hatten wir solange Freude, bis die Nacktschnecken kamen... Und ich kann mich erinnern, dass meine Mutter ihre erste Niger Anfang der 70er aus einem recht sonnigen Staudengarten geschenkt bekam. Bei ihr stand sie jahrelang bei den Leberblümchen an der kleinen Mauer im Halbschatten unter dem Apfelbaum am Haus und war wunderschön. Doch jetzt wird sogar ein Sämling auf dem Hof von den Schnecken zerlegt. Und die unter dem Baum ist verschwunden. Daher kommen bei uns Niger und ihre Kreuzungen nur noch in Töpfe oder wir lassen es ganz.
Schön, wenn Dein Garten diese Probleme nicht hat und Du Dich so lange an der Blüte erfreuen kannst!

@ Kerstin
Eventuell gilt für Dich das Gleiche wie bei @ Sara. Es ist wirklich entscheidend, welche Hellebori man im Garten hat. Und die Standortfrage ist beim Auftreten von Schädlingen und Krankheiten auch nicht zu vernachlässigen. Wenn es danach geht, dann würde unser Garten wohl fast nur aus Bäumen und Efeu bestehen, denn fast überall haben wir Standorte, die den Zwiebelblumen, Stauden, Rosen und auch Sträuchern nicht unbedingt zusagen. Da muss ich schon etwas fürsorglicher mit ihnen umgehen. Denn sonst ist ihre Kraft irgendwann verbraucht und sie gehen ein.
Aribisch eigentlich nicht. Nur beschäftige ich mich nun schon seit Anfang der 80er mit Garten & Pflanzen. Und seitdem es den Blog, reichlich Gartenfotos und deswegen auch viel mehr Gartenspaziergänge und auch Besuche auf anderen Gartenblogs gibt, entwickelt sich einfach ein ganz anderes Gefühl für Natur. Früher war es viel zu viel Gestaltungswille gepaart mit Experimentierfreude. Das hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert. Ich will nicht behaupten, dass ich jetzt mit der Natur gärtnere - aber ich versuche zumindest mehr darauf einzugehen. Und wenn ich nun Pflanzfehler feststelle bzw. sich die Standortbedingungen für manche Pflänzchen irgendwann verändert haben, können sie entweder selbst fliehen - wie Wolfgang das mal so schön feststellte: http://wildwuchs-unter-aufsicht.blogspot.de/2007/04/auf-der-flucht.html
Ich setzte sie an einen günstigeren Standort um, oder ich muss sie hegen und pflegen, damit sie es dort trotzdem aushalten.
Und deswegen bekommen jetzt nicht nur meine Rosen sondern auch die Lenzrosen unseren Kaffeesatz. Denn den Rosentipp hatte ich doch mal vor einigen Jahren von Deiner Lykkefund mitgenommen ;-)
Den kleingekrümelten Eierschalentipp statt Kalkgaben hatte meine Mutter irgendwann mal aufgeschnappt. und das mit dem Flüssigdünger hat sich bei ihr in den letzten Jahren bewährt. Ihre Lenzrosen sind viel üppiger ...

Sara Mary © Mein Waldgarten (© Herz und Leben) hat gesagt…

Also inzwischen sind das wohl 3. Eine Christrose, die weiß blüht und vermutlich 2 Lenzrosen. Vermutlich deshalb, weil die eine noch nicht geblüht hat. Die andere blüht mehr rosarot. Aber so weit will ich keinesfalls im Voraus denken, denn bis es so weit einmal käme, wenn es überhaupt so kommen würde, daß dieser Garten schattig wäre, sind wir längst nicht mehr hier. ;-) Alles hat seine Zeit uns bis dahin will ich mir nicht mit unnötigen Sorgen das Leben schwer machen und genieße das, was ist. Mit Töpfen hantiere ich inzwischen nicht mehr viel herum. Habe vieles fortgegeben. Macht mir zu viel unnötige Mühe und bindet vor allem viel zu sehr ans Haus.

Im Waldgarten, der ja auch schattig war, blühte wohl auch eine Christrose, aber doch spärlicher, als diese im sonnigen Garten.

Mehr Christ- oder Lenzrosen will ich auch nicht, ich finde, das reicht für uns. Ein Zuviel - egal von welcher Art - würde mich eher belasten und mehr und mehr an Haus und Garten binden, was ich nicht will. Ich will frei sein von unnötiger Arbeit, denn mir ist anderes noch wichtiger. Wenn auch der Garten ein schönes Hobby ist.

Sehe Deine Kommentar erst jetzt bzw. komme erst jetzt dazu, sie zu beantworten. Zu der Zeit war einfach zu viel anders los und nun muß ich nacharbeiten ...

Liebe Grüße auch hier
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Was für den einen unnötige oder gar belastende Arbeit ist, ist für andere eventuell sogar größte Freude. Das muss jeder selbst entscheiden wie er mag. Und je nach Lebenssituation kann sich das halt auch ändern.

Ich habe jetzt zum Beispiel mehr Kübelpflanzen als ich früher jemals haben wollte, da ich inzwischen nun mal mehr Zeit habe mich darum zu kümmern - wenn nicht wieder was Unvorhergesehenes dazwischen kommt …
Aber deswegen das ganze Leben wie ein Kaninchen vor der Schlange in der Ecke zu sitzen und darauf warten, dass was Schlimmes passiert bzw. das Leben sich aus welchen Gründen auch immer ändert, mag ich nicht.
Da reichte mir der letzte Sommer, als ich nochmals grundlegend darüber nachdenken musste, ob ich dem sanierungsbedürftigen Haus nicht lieber den Rücken kehren sollte. Aber wegen des Gartens habe ich mich nun doch wieder für dieses Haus & den Garten entschieden solange es halt möglich ist. Denn wenn ich wirklich will, kann ich hier notfalls auch alt & pflegebedürftig werden. Es gibt zwar sicherlich Häuser, wo das mit weniger Aufwand möglich ist, aber seit dem letzten Sommer weiß ich diesen Ausblick in den Garten noch mehr zu schätzen. Und daher werde ich nun versuchen den Garten langfristig etwas pflegeleichter zu gestalten. Was seniorengerecht bedeutet, kann ich mir ja im Idealfall im Laufe der Jahre bei meiner Mutter anschauen ….