Montag, 9. Mai 2016

Die war zu übermütig ...


Im Laufe der Jahre kam schon so manches Tier durch 
unsere geöffnete Treppenhaustür: Der Igel schaffte es 
nachts mal bis unters Dach. Ein Eichhörnchen musste 
wohl auch mal nachschauen, ob es bei uns im Haus 
Nüsse finden könnte. Molche spazieren besonders gern 
im Herbst zur Tür herein, um dann im Bad oder Keller 
zu stranden. Schnecken schleimen ständig bei uns 
über die Nadelfilz-Fliesen und haben es wahrscheinlich
im Katzenfell schon mal bis zur Küchenzeile geschafft. 
Zecken wandern ebenfalls im Katzenfell mit ins Haus.
Zwei Tigerschnegel fanden es im letzten Spätsommer 
anscheinend angenehmer sich von unserer Fensterbank 
im Treppenhaus abzuseilen, um sich dann dort nachts zu 
verpaaren. Mäuse werden von unserer kleinen Maus 
ins Haus verschleppt. Und allerlei gefiederte Freunde 
vom Zaunkönig, über Rotkehlchen, Meisen, Drosseln 
bis zur Elster kommen durch den engen Katzenspalt 
oder spazieren auch durch die geöffnete Tür herein.

Im letzten Jahr hatten wir dann so manches amüsante 
Erlebnis mit einer Meise, die ganz bestimmte Farb-
vorstellungen für ihren Nestbau hatte und deswegen 
mehrmals täglich unseren 'Baumarkt' besuchte …

Und in diesem Frühjahr kam morgens sogar ein Meisenpaar 
durch den Katzenspalt ins Treppenhaus geflogen, um sich 
das Angebot im 'Baumarkt' genauer anzuschauen.

Manche Tiere finden sogar durch den schmalen Türspalt 
den Weg zurück in die Natur. Doch einige Vögel sind 
dann leider etwas zu aufgeregt, um allein den Ausgang 
zu finden. Daher habe ich mir angewöhnt schon früh 
am Morgen bei fast jedem Wetter die Tür zum Garten 
ganz weit zu öffnen. Auch wenn Cäsar - der neugierige
schwarze Nachbarskater, das dann ebenfalls als 
eine Einladung ins Haus betrachtet.

Doch einer Kohlmeise war das Angebot im Treppenhaus 
wohl in diesem Jahr nicht mehr genug. Denn eines Tages 
hatte sie sich bis in die Kleiderkammer verflogen. Aufgeregt 
umherflatternd befand sie sich dann wahlweise vor der 
Fensterscheibe zum Hochbecken oder dem Treppenhaus
Und mit vereinten Kräften konnten wir irgendwann noch 
rechtzeitig ein Handtuch über das bereits erschöpfte Tier 
werfen, um sie sogleich unbeschadet wieder im Garten 
auszusetzen. Seitdem versuchen wir die Türöffnungen 
zum Wohnraum und zum Flur in der Zeit der Bauphase 
möglichst oft mit Tüchern zu verhüllen. Doch heute 
haben wir leider mal wieder nicht daran gedacht 

Im Wohnraum hörte ich vorhin nur ein kurzes Poltern, 
das anscheinend aus der Kleiderkammer kam. Und als ich 
das Treppenhaus betrat, sah ich eine Meise und die Maus 
in der Fensterbank der Kleiderkammer. Hier kam leider 
jede Hilfe zu spät.


Foto: S.Schneider


Nachtrag Sonntag, 15. Mai 2016:
In den folgenden Tagen schaute sich wahrscheinlich 
der 'verlassene' Partner genauer im Treppenhaus um. 
Denn plötzlich saß eine neugierige Kohlmeise sogar auf 
der Türschwelle zum Wohnraum, als wir mal wieder 
den Vorhang versehentlich nicht geschlossen hatten. 

Und täglich kommt jetzt eine Kohlmeise ins Treppenhaus 
geflogen, die anscheinend die verschiedenen Spinnennetze 
und den Apfelast ganz genau nach Insekten untersucht.


Kommentare:

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
die arme Meise. Katzen sind aber auch immer wahnsinnig schnell bei der Sache, das konnte ich mehrmals im Garten bei den Jungmeisen beobachten, leider.
Bei unseren Kohlmeisen ist auch ohne Katzen die Brut verstorben, es war vielleicht zu kalt. Jetzt habe ich Mehlwürmer gekauft und alle finden sie widerlich, na toll.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich gebe zu, dass ich mit diesem übermütigen Tierchen nun ausnahmsweise mal kein Mitleid hatte, denn es gehörte zu denen, die ganz bewusst ins Haus fliegen, obwohl unsere Meisen ganz genau wissen, dass die Maus im Haus wohnt. Die tanzen ihr wirklich fast auf der Nase rum. Und der Garten hat mit Erdnüssen aus dem Spender, einem Meisenknödel in der Rose, dem Efeu an der Wand & in der Weide, Rosen etc wirklich genug zu bieten. Und Baumaterial gibt es ebenfalls reichlich. Dafür stelle ich morgens sogar extra den Schaffellsessel raus und hatte etwas Schafwolle in der Hedi Grimm drappiert. Doch das ist in diesem Jahr wohl nicht genehm ;-) Allerdings konnte ich auch noch keine richtige Bauaktivität bei den Meisen beobachten. Und im Moment sehe ich sie auch noch nicht auf Futtersuche für die Jungenaufzucht. Vielleicht war es ihnen wirklich bisher zu kalt ...