Sonntag, 14. Februar 2016

Wo bleibt der Futterservice?



In den letzten Tagen - als es häufiger feucht-kaltes Wetter gab, 
waren die beiden Futterschalen im kleinen Metall-Häuschen auf 
dem Steg meistens schon mittags von den Vögeln geleert. Daran 
hat allerdings der Eichelhäher einen nicht unerheblichen Anteil. 
Denn seit einigen Tagen können wir beobachten, wie er sich 
zum Futterhaus traut und sich wieder den Kropf mit Erdnuß-
hälften füllt. Und auch die 3 Meisenknödel in der Hedi Grimm 
neben dem Steg haben in letzter Zeit deutlich an Form verloren. 
Es besteht also nicht nur bei Schnee und Eis Futterbedarf, auch 
wenn es im Garten noch einige Hagebutten und reichlich Efeu-
beeren gibt. Auch die Insektenversorgung hat sich anscheinend 
schon verbessert. Denn am Freitag sah ich gegen Mittag die 
erste Biene an den Lenzrosenblüten auf Nahrungssuche. Und 
beim Entfernen der Lenzrosenblätter am späten Nachmittag
 hatte ich die erste Zeckennymphe auf der Hand. Der Vorfrühling 
steht also trotz diesem leichten Schneefall in den Starlöchern.

Doch die Paarfindung führten uns die Amseln bereits Ende 
Dezember in der Wiese vor. Damals war der Drosselmann kurz 
vor dem ersten Wintereinbruch so sehr mit der Brautwerbung 
beschäftigt, dass seine Auserwählte kaum zum Fressen kam. 
Seitdem sind auch die Revierkämpfe der schwarzen Herren 
häufiger zu beobachten. Und so ist es kein Wunder, dass sich 
einer der Amselmänner zur Revierverteidigung und Stärkung 
meist in der Nähe des Futterplatzes aufhält 

Heute früh machte mich allerdings der Eichelhäher 
darauf aufmerksam, dass die Futterschalen leer sind.

Es hatte zwar einige Tage gedauert, bis er sich endlich vom 
früheren Futtertisch zum kleinen Haus auf dem Steg traute, 
aber Hunger vertreibt anscheinend Furcht. Oder waren all' 
die 'gehamsterten' Erdnüsse vielleicht kleine Liebesbeweise 

Als der Eichelhäher krächzend davonflog, und auch 
der Amselmann kurzzeitig nicht zu sehen war, füllte 
ich schnell das Futterhaus auf, prüfte den Stand der 
Erdnußsäule für die Meisen und warf noch 2 alte Äpfel 
für die Drosseln in die Wiese.

Wieder im Haus angekommen, erschien zunächst 
eine Frau Drossel auf dem Steg. Doch bevor sie sich 
überhaupt den Schnabel füllen konnte, vertrieb 
der schwarze Wachmann das hungrige weibliche Tier.

Aber auch ein Amselmann hat schlechte Karten, wenn 
ein Eichelhäher nebst Partnerin am Futterhaus erscheint.

Und während ihr Partner das Umfeld sicherheitshalber 
genau im Auge behielt, machte sie dem aufdringlichen 
Schwarzrock klar, dass er mehr Abstand halten sollte 

Fotos: S.Schneider


Fütterung nur bei Frost & geschlossener Schneedecke, 
Winterfütterung oder doch die Ganzjahres-Fütterung? 
Zu dem Thema gibt es noch immer ganz unterschiedliche 
Meinungen. Der Nabu zeigt das Für und Wider der Vogel-
fütterung auf, und plädiert für einen vogelfreundlicheren 
Ganz anders sieht es jedoch der Vogelexperte Peter Berthold 
vom Max-Planck-Insitut für Ornithologie im Spiegel-Artikel 
vom 20. Januar 2014. Und dieser Gastartikel zur 'Wildvogel-
fütterung' von Miriam Shahd, den ich vor einiger Zeit auf 
dem Blog 'Der Garteninspektorfand, deckt sich zum größten 
Teil mit den Beobachtungen in unserem Wildwuchsgarten 
und im Garten meiner Mutter.